DiGa: Ärzte wünschen sich Testzugänge für Apps
Gesundheits-Apps sollen die Versorgung verbessern. Noch sind die digitalen Helfer aber kaum bekannt.
Foto: imago images/Westend61Düsseldorf. Mit einer Flut von Informationsangeboten über Apps hatte Jens Grothues gerechnet, als die Digitalen Gesundheitsanwendungen (DiGa) eingeführt wurden. Doch der Vorstand der niedergelassenen Hausärzte Westfalen Lippe macht andere Erfahrungen: „Die einzige Information von DiGa-Herstellern, die mich bislang erreicht hat, war ein Flyer von Selfapy.“
Damit die digitalen Helfer in der breiten Masse angewendet werden, müssen sie aber von den Ärzten verordnet werden. Das zeigt eine Analyse des Beratungsunternehmens IQVIA. Patienten können bei einer Diagnose zwar eine direkte Anfrage zur Kostenübernahme bei den Krankenkassen starten – das setzt aber voraus, dass Betroffene wissen, welche DiGa es für ihre Krankheit gibt. Vor allem Hausärzte fühlen sich aber noch nicht ausreichend gut informiert, um eine DiGa zu verschreiben.
Ohne die App jemals gesehen zu haben, weiß Grothues nicht, wem er sie überhaupt verschreiben kann. „Ich möchte gerne eine Übersicht über die Nutzerfreundlichkeit haben“, sagt der Hausarzt. Und bezieht sich damit zum Beispiel darauf, ob Patienten eine App eher am Smartphone oder am Tablet benutzen sollen.