Nach Pannenserie: Europas neue Skandalbank: Aufseher erhöhen den Druck auf Credit Suisse
Die Bank könnte vor unruhigen Zeiten stehen.
Foto: BloombergZürich. Die Zahl externer Besucher in der Credit-Suisse-Verwaltung abseits der Züricher Innenstadt dürfte in den nächsten Tagen zunehmen. Die Schweizer Finanzaufsicht Finma ernennt einen „Untersuchungsbeauftragten“, der mit einem Team herausfinden soll, wie die Großbank über fünf Milliarden Franken (4,5 Milliarden Euro) mit einem einzelnen Hedgefonds-Kunden verzocken konnte.
Gegen die zweitgrößte Bank der Schweiz führt die Finma damit nun mindestens drei solche sogenannte Enforcement-Verfahren – mehr als gegen jedes andere Institut.
Die Frage, was beim Kollaps von Archegos Capital schiefgelaufen ist, interessiert inzwischen auch die Aufseher in Großbritannien und den USA. Und auch der mächtige US-Senator Sherrod Brown schickte kürzlich einen umfangreichen Fragenkatalog an die Bank. Der Demokrat steht dem für die Bankengesetzgebung zuständigen Komitee im US-Senat vor.
Brown schrieb, er sei „besorgt“, dass die Bank so hohe Verluste eingefahren habe. Und wollte etwa wissen, wie die Credit Suisse Kunden überprüfe und welche Handelsregeln sie für Family Offices wie Archegos aufstelle.
Credit-Suisse-Chef Thomas Gottstein wollte darauf am Donnerstag nicht näher eingehen. Er betonte lediglich: „Wir begrüßen den Austausch mit der Politik.“