USA: Das gefährliche Schuldenexperiment des Joe Biden
Der Saal ist aufgrund der Coronavirus-Pandemie eher spärlich besetzt.
Foto: AFPNew York, Washington, Düsseldorf. Wahrhaftig ein neues Amerikabild: Joe Biden im Vordergrund – ein Präsident, der im Gegensatz zu seinem Vorgänger oft „wir“ sagt, nicht „ich“. Hinter ihm die zwei mächtigsten Frauen des Landes: Vizepräsidentin Kamala Harris, die für das weltoffene, moderne Amerika steht, und Nancy Pelosi, die Grande Dame der Demokraten. Joe Biden hielt in der Nacht zum Donnerstag seine erste Grundsatzrede im Kongress.
„Amerika bewegt sich wieder. Wir sind bereit zum Abheben“, rief der 78-Jährige in dem wegen der Pandemie spärlich besetzten Saal. Jenem Saal, den vor knapp drei Monaten noch wütende Trump-Anhänger gestürmt hatten, um den Machtwechsel in Washington zu verhindern.
„Wir arbeiten wieder, wir träumen wieder, wir entdecken wieder“, sagte Biden „Wir zeigen der Welt: In Amerika gibt man nicht auf.“ Biden zeichnete das Bild eines neuen Amerikas, das er bauen will – gerechter, grüner, weltoffener. Und vor allem wirtschaftlich erfolgreich.
Tatsächlich scheint Biden nach den ersten 100 Tagen seiner Präsidentschaft in den besten aller möglichen Welten zu leben: vom Ausland hofiert, im Inland von einem überraschend großen Teil der Bevölkerung zumindest respektiert – und die Wirtschaft läuft dank der rasanten Fortschritte bei der Impfkampagne und der gigantischen Konjunkturpakete auf Hochtouren. Im ersten Quartal wuchs die Wirtschaft mit einer auf das Jahr hochgerechneten Rate von 6,4 Prozent, wie das Handelsministerium am Donnerstag mitteilte. Auch für das Gesamtjahr rechnet der Internationale Währungsfonds (IWF)mit einem Plus von 6,4 Prozent. Das sind Werte, die sonst nur Schwellenländer erreichen.