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Geldwäsche-KontrolleDeutsche Bank kassiert neuen Rüffel von der Bafin

Die Finanzaufsicht verlangt Verbesserungen bei den Systemen zur Geldwäsche-Prävention. Die Anordnung ist ein Rückschlag für die Deutsche Bank.Yasmin Osman 30.04.2021 - 21:01 Uhr aktualisiert Artikel anhören

Das Kreditinstitut ist in der Vergangenheit immer wieder in die Kritik geraten, bestimmte Transaktionen oder Kunden mangelhaft zu kontrollieren.

Foto: dpa

Frankfurt. Seit Jahren bemüht sich die Deutsche Bank um bessere Kontrollsysteme zur Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorfinanzierung. Doch die Bafin ist unzufrieden mit den Fortschritten des Instituts: Sie ergänzte und verlängerte deshalb das Mandat des von ihr 2018 eingesetzten Geldwäsche-Sonderaufpassers bei dem Geldhaus.

Die Bafin habe gegenüber der Bank angeordnet, „weitere angemessene interne Sicherungsmaßnahmen zu ergreifen und Sorgfaltspflichten einzuhalten, insbesondere in Bezug auf den Regelprozess bei Kundenaktualisierungen“, heißt es in einer am Freitag veröffentlichten Mitteilung.

Übersetzt bedeutet das: Die Bafin will, dass die Deutsche Bank in der Geldwäscheprävention nicht immer nur auftretende Feuer austritt, sondern robuste Kontrollen einführt, die solche Feuer gar nicht erst entstehen lässt.

Die Anordnung ist ein Rückschlag für das Institut. Denn eigentlich hätte das Mandat des Sonderbeauftragten der Bafin im September auslaufen sollen. Die Deutsche Bank war das erste Institut überhaupt, bei dem die Bafin zu diesem Mittel griff. Bei dem Sonderbeauftragten handelt es sich um die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG.

Die Verlängerung und Erweiterung des Mandats illustriert, dass die Fortschritte des Geldhauses bislang zu schleppend waren. Die Bank betonte, sie habe ihre Kontrollen bereits „deutlich verbessert“. „Dafür haben wir allein in den vergangenen zwei Jahren rund zwei Milliarden Euro aufgewendet und unser Team zur Bekämpfung von Finanzkriminalität auf mehr als 1600 Mitarbeiter weltweit aufgestockt“, sagte ein Sprecher.

Empfindliche Geldstrafen für die Deutsche Bank

In der Vergangenheit musste die Deutsche Bank teils empfindliche Geldstrafen für Mängel in ihren Kontrollsystemen, gerade mit Blick auf Geldwäsche, zahlen. Anfang 2017 etwa verdonnerten britische und amerikanische Aufsichtsbehörden das Institut zu einem Bußgeld von 630 Millionen Dollar, weil russische Kunden über die Bank Milliardenbeträge gewaschen hatten. Und im Geldwäsche-Skandal um die Danske Bank dauerte es lange, bis die Deutsche Bank die verdächtigen Transaktionen der estnischen Danske-Filiale entdeckte und die Kundenbeziehung beendete.

Das Institut hatte nach solchen Strafen und Skandalen stets Besserung gelobt, ohne dass die Fortschritte die Aufsicht überzeugt hätte. Dies führte im Herbst 2018 dann zu der Einsetzung des Geldwäsche-Sonderbeauftragten der Bafin. Schon bald darauf verpflichtete die Bafin das Institut dann noch dazu, Zehntausende Kunden aus dem Firmenkundengeschäft und dem Investmentbanking noch einmal zu durchleuchten und deren Kundenakten zu vervollständigen.

Seither hat sich in dem Institut einiges getan – aber noch nicht genug. Ein Sprecher des Instituts räumte ein, „dass noch Arbeit vor uns liegt“. Die Bank werde auch 2021 und darüber hinaus erheblich investieren, insbesondere im Kampf gegen Finanzkriminalität.

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Gewehrt hatte sich das Institut gegen die Anordnung der Bafin nicht, denn sie ist bereits rechtskräftig. Die Deutsche Bank betonte, die Anordnung sei „das Ergebnis eines konstruktiven Aufsichtsdialogs mit der Bafin“. Für die Bank habe es weiterhin „oberste Priorität“, mögliche Schwachstellen in den Kontrollprozessen zu erkennen und zu beheben.

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