Dihesys: Medikamente für Kinder kommen aus dem Drucker
Torsten Hoppe-Tichy und Eva Körner vom Uniklinikum Heidelberg testen den 2D-Drucker.
Foto: Uniklinik HeidelbergDüsseldorf. Kindern Medikamente zu geben, erfordert Geduld. Oft wird der Mund erst gar nicht geöffnet, die Tablette wieder ausgespuckt oder kurz nach der Einnahme erbrochen. Viele Eltern verstecken die Kapsel im warmen Brei. Eine Garantie dafür, dass das Arzneimittel wirkt, haben sie trotzdem nicht. Die Temperatur des Breis vermindert die Wirksamkeit.
Das Start-up Dihesys hat eine Lösung entwickelt, die jungen Familien helfen kann. Im Rahmen eines Forschungsprojektes werden Medikamente auf ein briefmarkendünnes Plättchen mit Himbeergeschmack gedruckt. Der 2D-Druck ist vergleichbar mit einem Tintenstrahldrucker, der statt Tinte eine wirkstoffhaltige Flüssigkeit auf ein Gelplättchen druckt. Ärzte hoffen, die Versorgung von Kindern dadurch zu verbessern. Pharmahersteller schreckt ab, dass Medikamentenhersteller für fehlerhafte Produkte haften.
Torsten Hoppe-Tichy ist Pharmakologe an der Uniklinik Heidelberg (UKHD) und begleitet das Projekt. „Unser Ziel ist, die Unmengen an Kapseln, die wir für kleine Kinder produzieren, durch dünne Folienstreifen, die Esspapier ähneln und sich im Mund auflösen, zu ersetzen“, sagt er. Kinder schlucken ungern Tabletten, weil ihnen dann der Rachen schmerzt. Der Streifen wird in die Backentasche gelegt, bleibt im Mund haften und löst sich nach 40 Sekunden auf.