Büro- und Arbeitswelt nach Corona: Wie EY dezentrales Coworking voranbringen will
Mit dem Landeplatz-Konzept will EY Arbeitgeber dazu animieren, im suburbanen und ländlichen Raum dezentrale Büroarbeitsplätze zu etablieren.
Quelle: designfunktion München GmbH
Foto: HandelsblattFür viele Menschen ist die Corona-Pandemie ein Fluch, für andere, wie den Unternehmer Andreas Christ, ist sie aber auch ein Segen. Er fühlt sich regelrecht geläutert durch die Erfahrungen der Krise und der mehrmonatigen Homeoffice-Phasen. „Ich habe mir immer eingeredet, dass ich als Chef auch sehr oft vor Ort bei meinen Mitarbeitern und beim Kunden sein muss. Die Pandemie hat gezeigt, dass der Glaubenssatz natürlich nicht stimmt.“
Christ bezeichnet sich selbst als „Hardcore-Pendler“. Zumindest war er das bis zum Ausbruch der Pandemie. Von seinem Wohnort in der kleinen Ortsgemeinde Buch im Hunsrück ist er täglich nach Bonn gefahren, wo seine Firma im Auftrag eines ortsansässigen Kunden ein mehrjähriges Kommunikationsprojekt begleitet. Pro Wegstrecke kostete ihn das anderthalb Stunden Fahrtzeit, macht drei Stunden am Tag und bis zu 15 Stunden Pendelzeit pro Woche. „Bahnverspätungen kamen noch als Bonus obendrauf – die sind ja in Deutschland keine Seltenheit.“
Seit einigen Monaten spart sich Christ den Stress. Mit seinem Team vor Ort habe er vereinbart, dass er nur noch ein- bis zweimal in der Woche nach Bonn komme. An den anderen Tagen bleibt Christ im beschaulichen Buch, sitzt dort aber nicht nur am häuslichen Schreibtisch, sondern regelmäßig in einem Ende 2020 eröffneten Coworking-Space, den er zusammen mit der Kommune betreibt. „Die Konzentrationsfähigkeit ist im Homeoffice einfach deutlich geringer. Es gibt trotz der Tür keine wirkliche Trennung zwischen Privatleben und Geschäftsleben“, erklärt Christ die Vorzüge eines Büroarbeitsplatzes außerhalb der eigenen vier Wände.