Ausschüttungen: Bei diesen europäischen Banken können Anleger jetzt wieder auf Dividenden hoffen
Geballte Finanzmacht
Foto: Giorgio PerottinoZürich, Frankfurt, Rom, Madrid, Paris. Aktionäre von Banken können wieder hoffen. Die Europäische Zentralbank (EZB) hat am Freitagabend die von der Finanzaufsicht wegen der Coronakrise verhängten Beschränkungen bei Dividendenzahlungen und Aktienrückkäufen aufgehoben. Ab Oktober dürfen die Institute wieder in größerem Umfang Geld an ihre Aktionäre ausschütten.
Für Anleger eröffnet das neue Perspektiven: Die Geldhäuser dürfen ihre Gewinne wieder an die Aktionäre weiterleiten. Unter den Großbanken betrifft das allerdings nur ausländische Häuser, etwa BNP, ING und BBVA. Deutsche Bank und Commerzbank sind finanziell nicht stark genug, um die neue Regel anwenden zu können.
Europas Bankenaktien haben auch bisher schon von der Hoffnung auf die Wiederöffnung der Wirtschaft profitiert. Nach Ansicht der britischen Bank Barclays hält dieser Rückenwind an, ist aber zuletzt etwas schwächer geworden. Die Analysten dort sehen den gesamten Sektor der europäischen Banken als „neutral“ an.
Auf der anderen Seite heißt es, mögliche Verbesserungen bei der Qualität der Anlagen oder ein noch höher als erwartetes Wachstum könnten positive Überraschungen bringen. Außerdem sei der Sektor mit durchschnittlich 70 Prozent des Buchwerts bewertet und damit im historischen Vergleich niedrig. Bei Barclays sind die „am meisten bevorzugten“ Banken in der Euro-Zone Intesa Sanpaolo und Santander, in Großbritannien außerdem Natwest. Zu den „am wenigsten bevorzugten“ gehören die Commerzbank, ING und in der Schweiz die UBS.