Geldpolitik: Angst vor Inflation: Weltweit planen Notenbanken das Ende von Geldflut und Niedrigzins – nur die EZB nicht
Europas und Amerikas Notenbankspitzen stellen sich auf unterschiedliche Wege in der Geldpolitik ein.
Foto: APFrankfurt. Das Notenbanker-Treffen in Jackson Hole war schon häufiger Schauplatz historischer Entscheidungen. So reiste zum Beispiel der frühere Chef der Europäischen Zentralbank (EZB), Mario Draghi, 2014 in die Kleinstadt in den Rocky Mountains, um den baldigen Beginn massiver Anleihekäufe in Aussicht zu stellen. Im vergangenen Jahr skizzierte der Chef der amerikanischen Notenbank Fed, Jerome Powell, auf der virtuell tagenden Konferenz die neue Strategie der Notenbank.
Und so sind auch in diesem Jahr die Erwartungen hoch, wenn sich die führenden Notenbanker in der kommenden Woche von Donnerstag bis Samstag treffen. Anders als in den Vorjahren wird kein führender Vertreter der EZB teilnehmen. Der Kreis beschränkt sich auf US-Vertreter. Von ihnen erhoffen sich Investoren Signale zum Ausstieg der Fed aus der lockeren Geldpolitik. Das entscheidende Wort lautet Tapering – was für ein Herunterfahren der Anleihekäufe steht.
Viele Länder haben in diesem Jahr bereits einen Richtungswechsel in der Geldpolitik vollzogen. Die kanadische Notenbank begann im April damit, ihre Anleihekäufe zu reduzieren. Australien will im September folgen. Andere Länder wie Brasilien, Russland, Mexiko, Tschechien oder Ungarn sind sogar noch weiter: Dort haben die Notenbanken bereits die Zinsen angehoben. Damit sind sie der Fed und der EZB zwei Schritte voraus. Vor allem die Fed könnte aber bald ebenfalls ihren Kurs anpassen.