Zweitgrößte Privatbank: Cerberus erwägt Kauf von Staatsbeteiligung an der Commerzbank – Aktie steigt kräftig
Das Institut will bis 2024 insgesamt 10.000 Stellen streichen.
Foto: dpaFrankfurt, Düsseldorf. Stellenstreichungen, Personalquerelen, rote Zahlen: Bei der Commerzbank geht es derzeit drunter und drüber. Die Wahrscheinlichkeit, dass sich daran in naher Zukunft etwas ändert, ist gering, denn nach der Bundestagswahl dürfte die Debatte über einen Ausstieg des Staates bei Deutschlands zweitgrößter Privatbank an Intensität gewinnen.
Der US-Finanzinvestor Cerberus, der fünf Prozent an dem Institut hält, könnte sich eine Übernahme der staatlichen Beteiligung von 15,6 Prozent gut vorstellen, wie mehrere mit dem Thema vertraute Personen dem Handelsblatt sagten.
Cerberus-Deutschlandchef David Knower habe in vertraulichen Gesprächsrunden seine Bereitschaft signalisiert, einen Erwerb des Staatsanteils an der Commerzbank zu prüfen, wenn die neue Bundesregierung zu einem Verkauf bereit sei. Cerberus und die Commerzbank wollten sich dazu nicht äußern.
Insider halten einen Verkauf des Bundesanteils an Cerberus vor allem für den Fall realistisch, dass FDP-Chef Christian Lindner neuer Finanzminister wird. Die Liberalen haben sich schließlich mehrfach für einen Rückzug des Staates aus der Commerzbank ausgesprochen.