Klimawende: Weil sie das Verbrenner-Aus bis 2030 nicht garantieren: Umwelthilfe verklagt BMW und Mercedes
Der Umbau zu alternativen Antrieben geht den Umweltschützern nicht schnell genug.
Foto: dpaDüsseldorf. Weil die Autoindustrie nicht auf ihre Forderungen eingegangen ist, hat die Deutsche Umwelthilfe (DUH) nun offiziell Klage gegen BMW und die Daimler-Tochter Mercedes eingereicht. „Es ist genauso eingetreten, wie wir es uns gedacht haben“, sagt DUH-Anwalt Remo Klinger im Gespräch mit dem Handelsblatt.
Am Montagabend seien die Klageschriften deswegen jeweils an die Landgerichte in München und Stuttgart rausgegangen. Der Klimarechtsexperte ist zuversichtlich, dass es bereits nächstes Jahr in die mündlichen Verhandlungen gehen könnte. Die Klage gegen den Öl- und Gaskonzern Wintershall befindet sich noch in der Vorbereitung, gehe aber ebenfalls zeitnah an das Landesgericht Kassel. „Unternehmen können so einen Rechtsstreit sehr wohl verlieren. Das hat man bei Shell gesehen“, ist Klinger überzeugt.
Im Mai hatte ein historisches Urteil gegen den Ölriesen Shell in den Niederlanden weltweit für Furore gesorgt. Mehrere Umweltorganisationen sowie mehr als 17.000 Bürger hatten den Konzern verklagt. Shell verstoße gegen die globalen Klimaziele, hatten die Kläger angeführt – und recht bekommen. Um dem Urteil nachzukommen, muss Shell seine gesamte Strategie verschärfen. Der Ölmulti hat allerdings Berufung gegen das Urteil eingelegt. Trotzdem hat ein Gericht zum ersten Mal ein multimilliardenschweres Unternehmen samt seinen Aktionären zum Umschwenken verurteilt. Ähnliche Erfolge erhoffen sich nun auch die deutschen Kläger.