Debatte um Verdienstausfall: Fast die Hälfte aller Ungeimpften würde Quarantäne gegenüber dem Arbeitgeber verschweigen
Für Ungeimpfte, die in Quarantäne müssen, soll es bald bundesweit keine Lohnfortzahlung mehr geben.
Foto: unsplash/maximeutopixDüsseldorf. Kein Lohn mehr für Ungeimpfte im Quarantänefall – am Mittwoch soll das für Bund und Länder einheitlich beschlossen werden. Doch unter betroffenen Arbeitnehmern macht sich Unmut breit, wie eine Yougov-Umfrage für die Jobbörse Indeed zeigt, die dem Handelsblatt exklusiv vorliegt.
Danach würden 44 Prozent der Ungeimpften die Quarantäne gegenüber ihrem Arbeitgeber verschweigen, um weiterhin Lohn zu erhalten. Für 81 Prozent der aktuell Ungeimpften wäre eine solche Maßnahme außerdem keine Motivation, sich schneller oder überhaupt gegen das Coronavirus impfen zu lassen. Insgesamt nahmen gut 2200 Beschäftigte an der Befragung teil, darunter gut 500 Ungeimpfte.
Am Mittwoch wollen die Gesundheitsminister von Bund und Ländern zusammenkommen, um über ein Ende der Lohnfortzahlung für Ungeimpfte in Quarantäne zu beraten. Einige Bundesländer wie Baden-Württemberg oder Rheinland-Pfalz waren bereits in den vergangenen Wochen vorgeprescht und hatten eigene Regelungen durchgesetzt.
Dass sich Bund und Länder in der Debatte um den Verdienstausfall auf ein einheitliches Vorgehen einigen, gilt als so gut wie sicher. Viele Bundesländer haben sich bereits im Vorfeld für ein Ende der Zahlungen ausgesprochen. Denn bislang sind sie es, die für die Entschädigungen aufkommen.