Elektromobilität: Aufgeblasener Effizienz-Vorreiter – das Tesla Model Y im Handelsblatt-Autotest
Das Auto wirkt außen wie innen ordentlich und edel.
Foto: HandelsblattKöln. Eigentlich erwarte ich, mit dem neuesten Modell der prestigeträchtigen Marke Tesla Eindruck zu schinden. Immerhin sind die teuren Autos des US-Elektropioniers auf deutschen Straßen noch selten genug, sodass fast jeder entgegenkommende Tesla-Fahrer erfreut die Hand zum Gruß hebt. Doch als ich mit dem Testwagen bei einem Bekannten vorfahre, spricht aus seiner spontanen Reaktion eher Skepsis als Bewunderung: „Der sieht irgendwie aufgeblasen aus.“
Fünf Tage lang bin ich mit dem Model Y unterwegs, fahre es aus dem Düsseldorfer Feierabendverkehr ins zugeparkte Köln, später über die Autobahn nach Aachen und über die Landstraße in die Eifel. Erst im Laufe der Testphase wird mir bewusst, wie zutreffend das erste Urteil meines Bekannten ist.
Denn das Model Y kommt mit großen Versprechen auf den Markt. Es ist nicht einfach nur Teslas Antwort auf Elektro-SUVs wie den VW ID.4 oder den Skoda Enyaq, es soll auch schon bald in Grünheide vom Band rollen – und damit der deutschen Konkurrenz auf dem Heimatmarkt beweisen, wie weit voraus der Elektropionier vermeintlich ist. Schon auf den ersten Blick hebt sich das Model Y tatsächlich deutlich von den Autos ab, die ich bisher kennengelernt habe. Einige Defizite warten dann aber doch hinter der eindrucksvollen Hülle.