Interview: Unternehmer Caner weist Vorwürfe zur Adler-Gruppe zurück: „Der Report ist eine intellektuelle Beleidigung“
Der Investor ist in der Immobilienbranche umstritten.
Foto: BloombergDüsseldorf, Frankfurt, Berlin. Cevdet Caner ist nicht zimperlich in der Wortwahl. Der 48-jährige Österreicher schimpft in die Kamera seines Smartphones über einen „kriminellen Dummkopf“, den er „rechtlich vernichten“ werde. Er meint jenen Mann, der ihn zu einer Art Superschurken der Immobilienbranche stilisiert: Fraser Perring.
Der britische Shortseller hat vergangene Woche auf der Website seines Analysehauses Viceroy Research einen 61-seitigen Report veröffentlicht. Unter der Überschrift „Bond-Bösewichte“ wirft er der Adler Group Betrug, Manipulation und Täuschung seiner Geldgeber vor. Profitieren soll ein Netzwerk um Caner, der als eine Art Schatten-CEO des Wohnungskonzerns agiere. Adler bestreitet das und kündigte eine unabhängige Prüfung an. Die Adler-Aktie brach am Tag der Veröffentlichung des Reports um 30 Prozent ein.
Caner ist in der Branche umstritten: Als seine Immobilienfirma Level One 2008 pleiteging, hinterließ sie Schulden von mehr als einer Milliarde Euro. Die Staatsanwaltschaft Wien klagte ihn unter anderem wegen gewerbsmäßigen schweren Betrugs an – das Verfahren endete mit einem Freispruch.