Elektromobilität: Erschwerter Wettbewerb? Das Ladesäulengeschäft von Tank & Rast wirft Fragen auf
Tank & Rast betreibt keine eigenen Ladesäulen, sondern verpachtet die Flächen an die vier Anbieter EnBW, Eon, Ionity und Mer, die auf eigene Kosten Ladestationen aufbauen.
Foto: imago images/JOKERDüsseldorf. Am liebsten würde Manfred Kuehmichel „so wie Tesla“ ganz schnell und mit eigenem Geld Ladesäulen an der Autobahn aufbauen. Seine Rastanlage Taunusblick in Hessen hätte großes Potenzial, schließlich fahren täglich etwa 134.000 Autos an beiden Seiten der Raststätte vorbei. Innerhalb von 70 Kilometern gibt es keine Lademöglichkeit.
Doch der Unternehmer darf nicht. „Ich werde von Tank & Rast seit Jahren ausgebremst“, sagt Kuehmichel. Treffen wurden gecancelt, Anrufe gingen ins Leere. „Ich passe nicht in ihr System.“ Tank & Rast will sich dazu nicht äußern, sagt nur, dass der Standort „im Zuge des weiteren Ausbaus der Ladeinfrastruktur berücksichtigt“ werde.
Klar ist aber: Wollen Pächter, Erbpächter oder Ladesäulenbetreiber Stromtankstellen aufstellen, kommen sie an Tank & Rast kaum vorbei. Die Firma hält 90 Prozent aller Konzessionen für Raststätten, Tankstellen und Hotels an deutschen Autobahnen.
Sie ist Hauptansprechpartner für die Straßenbauverwaltung bei baulichen Veränderungen, also auch Ladesäulen, und betont, gemeinsam mit dem Bundesministerium für Verkehr und Infrastruktur (BMVI) „eine Vorreiterrolle beim Ausbau der Elektromobilität in Deutschland übernommen“ zu haben.