1. Startseite
  2. Mobilität
  3. Elektromobilität
  4. Ford Puma Gen-E: Elektro-Puma mit Schwächen am Lader

Ford Puma Gen-EElektro-Puma mit Schwächen am Lader

Der Start in die Elektromobilität lief für Ford schleppend. Nun soll es ein Bestseller richten, der nun elektrisch fährt. Der Puma ist schnell, hat viel Stauraum, aber auch viele Schwächen. 20.05.2025 - 10:05 Uhr aktualisiert Quelle: dpaArtikel anhören

Flotte Fahrt über kurvige Landstraßen: Das gelingt dem elektrischen Puma, wie unser Tester erfahren hat.

Foto: dpa

Berlin. Ford in Europa braucht dringend ein elektrisches Erfolgsmodell. Denn nachdem sie anfangs nur den US-Import Mustang Mach-E verkauft und sich dann für Explorer und Capri aus dem Modularen Elektro Baukasten (MEB) des VW-Konzerns bedient haben, bringen die Kölner nun ein selbst entwickeltes Akku-Auto an den Start.

Noch in diesem Frühjahr rollt der Ford Puma auch als Gen-E an die Ladesäule. Die Preise für das in Rumänien produzierte Auto beginnen in der E-Version bei 36.900 Euro und liegen damit etwa 15 Prozent über dem eines vergleichbaren Benziners.

Mit Batterie statt Benzintank

Dafür gibt es das handliche SUV jetzt statt mit Benzintank mit einer Batterie von 43 Kilowattstunden. Und wo bislang Verbrenner mit maximal 125 kW/170 PS brummen, kann jetzt an der Vorderachse alternativ auch ein Magnetläufer surren, der es auf 124 kW/168 PS bringt und von der ersten Sekunde an freudvolle 290 Nm Drehmoment mobilisiert.

Umgekehrt gewinnt er beim Verzögern Energie zurück und erlaubt bei der entsprechenden Einstellung auch das so genannte One-Pedal-Fahren, bei dem die konventionelle Bremse weitgehend überflüssig wird.

Mit den Instinkten eines Raubtiers

Entsprechend sprintstark zeigt sich der Puma. Schon als Verbrenner immer einen Tick sportlicher und leidenschaftlicher abgestimmt als Konkurrenten wie etwa Opel Mokka oder VW T-Cross, wird der Gen-E jetzt zum Sportwagen mit erhöhter Bodenfreiheit.

Die Lenkung direkt, der Schwerpunkt dank der Batterie im Boden niedriger als bei den Benzinern und die Federung stramm. So wird die Landstraße in Angriff genommen und man fährt bisweilen flotter, als es dem Nachwuchs auf der Rückbank lieb ist.

Der Puma ist aktuell einer der wenigen verbliebenden Bestseller bei Ford. Foto: Ford

Denn dass man in einer klassischen Familienkutsche sitzt, hat man schnell vergessen. Nur auf der Autobahn ist das Vergnügen vergleichsweise kurz, weil die Elektronik schon bei 160 Stundenkilometern den Stecker zieht. Da haben viele Wettbewerber mittlerweile mehr Auslauf.

Außerdem schmilzt dann auch der Energievorrat rasant dahin und die ohnehin schon eher durchschnittliche Reichweite von bestenfalls 376 Normkilometern rückt in weite Ferne.

An der Ladesäule eher lahm

So flott der Puma fährt, so gemütlich gibt er sich danach allerdings an der Ladesäule: Selbst am Gleichstrom-Kabel sind maximal 100 Kilowatt möglich und stempeln den Puma zu einem der lahmsten Lader in seinem Segment. Wie viel Leistung am Wechselstrom möglich sind, behält Ford noch für sich. Dass er es 23 Minuten von 10 auf 80 Prozent schafft, ist da nur ein schwacher Trost, weil es allein dem kleinen Akku geschuldet ist.

Lieber Ein- als Aufladen

Während sich Ford beim Aufladen also blamiert, können sich die Kölner beim Einladen dagegen umso mehr profilieren. Denn wo der Puma schon bislang der Praktiker war in seiner Klasse, steckt er jetzt sogar noch mehr weg. Schließlich haben die Ford-Entwickler genau wie schon bei ihren VW-Übernahmen Explorer und Capri auch beim Puma noch einen kleinen Frunk unter die Motorhaube gequetscht. Der fasst immerhin 43 Liter und ist damit groß genug ist für das Ladekabel und den Verbandkasten.

Der neue vollelektrische Ford Puma Gen-E bietet mit der Gigabox viel Stauraum. Foto: Ford

Und weil die Batterie im Heck weniger Platz braucht als der Benzintank, wird aus der „Mega Box“ - dem Stauraum unter dem Ladeboden - die „Giga Box“. Sie wächst auf 145 Liter an. Damit bietet der mit 4,21 Metern eher kurze Puma insgesamt 523 Liter Kofferraum und macht so mach einem Kombi Konkurrenz. 

Auf Tarnkurs in die elektrische Zukunft

Das sind allerdings fast schon die einzigen konstruktiven Änderungen an dem SUV. Denn ansonsten machen von außen nur die geschlossene Maske auf dem nicht mehr benötigten Kühlergrill oder die entfernten Endrohre sowie innen die Grafiken auf den Bildschirmen den Unterschied zum Geschwister mit Verbrenner. So recht bekennen zur neuen Zeit kann sich die Generation E mit dem Puma „Gen-E“ deshalb nicht.

Fazit: Gemächlicher Start für eine neue Zeit

Nachdem Ford den Start ins Elektrozeitalter ein bisschen verpatzt hat, ist auch der Puma Gen-E so recht kein Befreiungsschlag. Denn seine elektrischen Qualitäten sind allenfalls durchschnittlich. Doch dafür haben die Kölner ihre alten Stärken bewahrt und sogar noch einmal nachgelegt.

Der elektrische Puma fährt deshalb engagierter als der Verbrenner und als die Konkurrenz und er ist mit Frunk und „Giga-Box“ zudem noch einmal praktischer geworden. Innerhalb der Ford-Familie dürfte er also der Bestseller bleiben und vielleicht zumindest ein paar Kunden auch von den Wettbewerbern weglocken.

 

Verwandte Themen
Ford
Berlin
Europa

 

 

 

dpa
Mehr zum Thema
Unsere Partner
Anzeige
remind.me
Jetziges Strom-/Gaspreistief nutzen, bevor die Preise wieder steigen
Anzeige
Homeday
Immobilienbewertung von Homeday - kostenlos, unverbindlich & schnell
Anzeige
IT Boltwise
Fachmagazin in Deutschland mit Fokus auf Künstliche Intelligenz und Robotik
Anzeige
Presseportal
Direkt hier lesen!
Anzeige
STELLENMARKT
Mit unserem Karriere-Portal den Traumjob finden
Anzeige
Expertentesten.de
Produktvergleich - schnell zum besten Produkt