1. Startseite
  2. Arts und Style
  3. Kunstmarkt
  4. Bei Lempertz werden die meisten Gebote telefonisch oder online abgegeben

Moderne und zeitgenössische KunstErgebnisse der Auktionen bei Lempertz: Sammler bewilligen sechsstellige Summen im Netz

Im Kölner Auktionshaus Lempertz bewilligen heimische Sammler starke Gebote für Moderne und zeitgenössische Kunst. Telefon- und Onlinebieter geben den Ton an.Christian Herchenröder 09.12.2021 - 09:59 Uhr Artikel anhören

Das Gemälde stammt aus der Sammlung Corboud im Kölner Wallraf-Richartz-Museum. Gekauft hat es bei Lempertz ein Sammler aus Leipzig.

Foto: Lempertz

Köln. Mit 9,2 Millionen Euro liegt der Umsatz der Herbstauktionen moderner und zeitgenössischer Kunst bei Lempertz materialbedingt deutlich unter dem Frühjahrsergebnis. Da konnte das Haus aus Köln nach eigener Angabe 13,5 Millionen Euro umsetzen.

Gleichwohl gab es in allen Bereichen starke Gebote, die von Marktstabilität zeugen. Einige rheinische Sammler waren im Saal, aber die meisten Lose wurden telefonisch beboten oder gingen an Online-Bieter, die sogar sechsstellige Summen einsetzten. Deutsche Sammler gaben über weite Strecken den Ton an.

„Die richtig großen Summen kommen immer noch bei der Klassischen Moderne zustande“, kommentiert Lempertz-Chef Henrik Hanstein. Und räumt ein: „Hier gab es manche Überraschung, aber auch manche Enttäuschung“.

Das teuerste Bild der Abendauktion, Camille Pissarros Landschaft „Verger à Varengeville“ aus der im Kölner Wallraf-Richartz-Museum als Dauerleihgabe hängende Sammlung Corboud, wurde bei 480.000 Euro nur unter Vorbehalt zugeschlagen. Aber das zweite Gemälde aus dieser Sammlung, August Mackes impressionistisches Frühwerk „Sonniger Garten“ von 1908, fiel bei taxkonformen 425.000 Euro brutto an einen Leipziger Sammler.

Schon das erste Los war an sechs Telefonen begehrt. Für Norbert Biskys dynamisches Ölbild „Wir spielen Luftangriff“ von 2001 musste ein rheinischer Sammler 77.500 Euro aufwenden. Es folgte eine rot-violette „Konstruktion in den Raum hinein“ von A.R. Penck, die 51.250 Euro erlöste.

Die Landschaft „Verger à Varengeville“ aus der im Kölner Museum Wallraf als Dauerleihgabe hängenden Sammlung Corboud wurde bei 480.000 Euro unter Vorbehalt zugeschlagen.

Foto: Lempertz

Doch das waren Peanuts gegenüber dem Rekordpreis von 275.000 Euro, die später das helle Großformat „Geben und Nehmen“ von 2005 dank norddeutschem Privatgebot erzielte. Auch die drei anderen Penck-Gemälde wurden mühelos abgesetzt, was den wieder aufstrebenden Markt für diesen „wilden“ Künstler belegt.

Ein Berliner Sammler machte sich online für das puristische Kleinformat „Blech“ von Gerhard Richter stark, das mit 137.500 Euro das Doppelte der Taxe erzielte. In den spanischen Handel wandert Amedeo Modiglianis Bleistiftzeichnung seines Künstlerfreundes Chaim Soutine über der Taxe für 125.000 Euro.

Ein im Saal sitzender Kölner Sammler ersteigerte für 150.000 Euro eine mit Bleistücken überzogene Fotografie von Anselm Kiefer. Vier Gemälde von dem bei Lempertz traditionell stark vertretenen Amerikaner William Copley wurden für 52.500 bis 100.000 Euro abgesetzt. Dieser hohe Bruttopreis wurde jeweils für die Großformate „Baby Bonnet“ und „Bob it“ geboten. Im zweiten Bild wird ein nacktes Paar zu Guillotine geführt, was den Berliner Käufer nicht schreckte.

Angemessen hoch sind die von Kölner Privatseite für Gotthard Graubners Farbraumkörper „Rufus“ im Format 110 x 110 cm gebotenen 325.000 Euro, während die 312.500 Euro, die eine „bedeutende rheinische Sammlung“ für Max Ernsts Ölbild „Les Flaneurs“ von 1954 bewilligte, als günstig zu bezeichnen sind. Mela Muters expressives Ölbild „Platanenallee in Südfrankreich“ wurde erwartungsgemäß in eine polnische Privatsammlung abgegeben: 150.000 Euro sind ein stolzer Preis.

Emil Schumachers brauntoniges Gemälde „B-5/1971“, das auf dem Umschlag von Werner Schmalenbachs Schumacher-Monographie prangte und einst in dessen Privatsammlung war, konnte seine Schätzung mit 137.500 Euro deutlich überrunden.

Alte Kunst bei Lempertz

Ungebrochene Kauflust trotz fehlender Prestigeobjekte

Dass Ewald Matarés frühe Kuhbronzen zu den permanent gefragten Bildhauer-Arbeiten zählen, bestätigte sich bei der „Windkuh“ von 1923, die ein süddeutscher Sammler für 91.250 Euro übernahm. Das Große stehende Fohlen von Renée Sintenis, eine vitale Gartenskulptur der Berliner Bildhauerin, wurde nach der Auktion für brutto 150.000 Euro abgegeben.

Dass Lempertz wiederum einen Frühguss der berühmtesten Bronzeskulptur von Ernst Barlach, „Der singende Mann“, versteigern konnte, wurde mit 337.500 Euro honoriert. Die bot ein bayerischer Privatsammler.

Verwandte Themen
Deutschland
Berlin

Unter den Ergebnissen der Tagesauktion moderner Kunst sind die 62.500 Euro hervorzuheben, die ein türkischer Sammler für die „Badenden Knaben“ des Münchner Secessions- Künstlers Christian Landenberger einsetzte. Dieser Sammler hatte sich am Tag zuvor bei Grisebach das ungeschönte Selbstporträt des erst 22-jährigen Otto Dix gesichert.

Mehr zum Thema
Unsere Partner
Anzeige
remind.me
Jetziges Strom-/Gaspreistief nutzen, bevor die Preise wieder steigen
Anzeige
Homeday
Immobilienbewertung von Homeday - kostenlos, unverbindlich & schnell
Anzeige
IT Boltwise
Fachmagazin in Deutschland mit Fokus auf Künstliche Intelligenz und Robotik
Anzeige
Presseportal
Direkt hier lesen!
Anzeige
STELLENMARKT
Mit unserem Karriere-Portal den Traumjob finden
Anzeige
Expertentesten.de
Produktvergleich - schnell zum besten Produkt