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VersichererHDI denkt über Expansion in Südostasien nach

Der Hannoveraner Versicherer prüft die Expansion nach Thailand, Malaysia, Indonesien und auf die Philippinen. Die Wachstumsstrategie fußt dabei auf mehreren Säulen.Christian Schnell 21.12.2021 - 19:14 Uhr aktualisiert Artikel anhören

Der Versicherer HDI denkt über eine Expansion in Asien nach.

Foto: Kathrin Harms/MISEREOR

München. Der Versicherer HDI strebt eine Expansion in den asiatischen Markt an. „Wir prüfen mit offenem Ausgang, mit Südostasien eine weitere Region hinzuzunehmen“, sagte Wilm Langenbach, seit vergangenem Jahr Vorstandschef von HDI International, dem Handelsblatt. Nachdem der Mutterkonzern Talanx bereits Mitte November den Schritt erwähnt hat, nennt Langenbach nun erstmals Details.

Demnach soll bis Ende des Jahres 2022 eine Entscheidung gefallen sein, ob tatsächlich eine komplett neue Auslandsregion erschlossen wird. Insgesamt fünf Märkte sind aus Langebachs Sicht interessant. Neben Vietnam, wo bereits der Industrieversicherer HDI Global tätig ist, hält er die Märkte in Thailand, Malaysia, Indonesien und den Philippinen für attraktiv.

Seit rund einem Jahr steht Langenbach an der Spitze der HDI International. Neben dem Industriekundengeschäft und dem deutschen Firmen- und Privatkundenbereich ist HDI International die dritte Säule des Versicherers HDI. Bisher ist man in Europa und Lateinamerika am Markt vertreten. Länder wie Polen und die Türkei sowie Mexiko, Brasilien und Chile sind die Schwerpunkte.

Langenbach, der in seiner Zeit davor bei der Axa die Märkte in Europa, dem Mittleren Osten, Afrika und Lateinamerika entwickelt hat, hat bei der weiteren Expansion von HDI International klare Vorstellungen. „Wenn, dann können wir in den südostasiatischen Markt mit Akquisitionen und Partnerschaften einsteigen“, so der 50-Jährige.

Erfolgreiche Beispiele aus der Vergangenheit gibt es im Konzern bereits. In Südamerika läuft das Geschäft in vielen Bereichen über Partnerschaften, beispielsweise über Banco Estado in Chile oder in anderen Ländern mit Ablegern der spanischen Santander. In Italien wurde im Herbst vergangenen Jahres das Sachversicherungsgeschäft von Amissima Assicurazioni gekauft.

Einen weiteren Zukauf schließt Wilm Langenbach nicht aus. „International werden immer wieder Portfolios von bestehenden Konzernen neu strukturiert, auch Familienunternehmen sind auf der Suche nach Käufern“, so Langenbach. Die Entscheidungswege, ob beide Seiten am Ende zusammenkommen, sind weitgehend standardisiert. Schrittweise geht es von ersten Ideen über ein Projekt zu einem Angebot und einem Verhandlungsprozess.

Südostasien gilt als wachstumsstark

Generell kommt der internationalen Tochter des Versicherers HDI in der künftigen Wachstumsstrategie des Talanx-Konzerns große Bedeutung zu. Im November hatte das MDax-Unternehmen das Ziel einer Eigenkapitalrendite von jeweils mehr als zehn Prozent bis ins Jahr 2025 für die drei Bereiche Industrieversicherung, das deutsche und das internationale Geschäft aufgegeben. Talanx-Chef Torsten Leue sprach von einer „geschärften Ausrichtung der Geschäftsbereiche in der Erstversicherung“.

Die internationale Tochter hat sich dazu bewusst für aufstrebende Länder entschieden. Seit Jahren wächst dort die Wirtschaft stark, zudem gilt der Markt für Versicherer als chancenreicher als anderswo. „In Japan und Südkorea können wir als HDI International wenig zum Markt beitragen, das gilt auch für China, Indien und Australien“, schließt Langenbach die Expansion in diese Länder aus.

Die internationale Tochter des Versicherers HDI spielt in der künftigen Wachstumsstrategie des Talanx-Konzerns eine große Rolle.

Foto: Talanx AG

Die Expansionsstrategie fußt dabei auf mehreren Säulen. In der Sachversicherung wollen die Hannoveraner den Einstieg in neue Märkte generell über die Kfz-Versicherung schaffen. Wettbewerber wählen ebenfalls diesen ersten Schritt. Über den Kfz-Versicherungsmarkt lassen sich schnell gute Prämieneinnahmen erzielen, auch wenn das Segment als umkämpft gilt und die Margen anderswo höher ausfallen. Im Moment versichert HDI International rund zwölf Millionen Fahrzeuge weltweit. Mit einer Expansion würde die Zahl stark ansteigen.

Prämieneinnahmen sollen sich fast verdoppeln

In einem weiteren Schritt sollen dann die Gewinne über das sogenannte Nicht-Kfz-Geschäft, also Haftpflicht-, Hausrat- oder Wohngebäudeversicherungen fließen. Gemeinsam mit einem weiteren Ausbau des Geschäfts in Europa und Lateinamerika soll so die Eigenkapitalrendite von sieben bis acht Prozent aus den vergangenen Jahren dauerhaft auf über zehn Prozent gesteigert werden.

Beinahe verdoppeln sollen sich dabei die Prämieneinnahmen im internationalen Firmen- und Privatkundengeschäft in der Schaden- und Unfallversicherung ohne KfZ. Von derzeit 1,1 Milliarden Euro sollen sie bis auf zwei Milliarden Euro im Jahr 2025 anwachsen.

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Damit es so kommt, scheut Wilm Langenbach auch keine langen Reisen zu den Landesgesellschaften. Anfang Dezember war er noch in Mexiko, kurz vor Weihnachten ging es noch mal nach Brasilien. Dass er im neuen Jahr öfter nach Südostasien unterwegs sein wird, ist durchaus denkbar.

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