1. Startseite
  2. Politik
  3. International
  4. PCR-Tests auch für Geimpfte: Ergebnisloser Streit um Reiseregeln beim EU-Gipfel

CovidpassPCR-Tests auch für Geimpfte: In manchen EU-Ländern gibt es neue Einreisebeschränkungen

Italien und Griechenland verschärfen wegen Omikron die Einreiseregeln – zum Missfallen der anderen Mitgliedsländer. Auf dem EU-Gipfel suchten sie nach einem Kompromiss – vergeblich.Eva Fischer 16.12.2021 - 16:36 Uhr aktualisiert Artikel anhören

Italien hat diese Woche entschieden, dass auch Geimpfte wieder einen negativen PCR-Test vorweisen müssen, wenn sie in das Land einreisen wollen.

Foto: Bloomberg

Brüssel. Eigentlich sollte die europäische Impfkampagne dafür sorgen, dass Reisen innerhalb der Europäischen Union fast wieder so werden wie vor der Coronakrise: einfach einreisen – ohne Quarantäne oder negative Tests, zumindest wenn man gegen Covid-19 geimpft ist.

Die Omikron-Variante sorgt derzeit dafür, dass diese Freiheit auch für Geimpfte wieder verschwindet. Italien hat diese Woche entschieden, dass Geimpfte ab sofort ebenfalls einen negativen PCR- oder Schnelltest vorweisen müssen, wenn sie in das Land einreisen wollen. Griechenland plant das Gleiche ab Samstag für die Dauer der Weihnachtstage. Portugal und Irland haben eine entsprechende Regelung bereits eingeführt.

Brüssel reagierte besonders verärgert auf Roms Vorhaben, da die italienischen Behörden der EU-Kommission nicht 48 Stunden im Voraus Bescheid gegeben haben – was sie tun müssen, wenn sie zusätzliche Einreisebeschränkungen verhängen.

Auch beim EU-Gipfel an diesem Donnerstag waren die Einreisebeschränkungen ein Thema. Viele Staats- und Regierungschefs lehnen das Vorgehen Italiens & Co ab.

Der luxemburgische Ministerpräsident Xavier Bettel sagte, er sei besorgt, dass eine Testpflicht auch für Geimpfte noch mehr Impfskeptiker davon abhalte, sich doch impfen zu lassen. „Ich halte es für eine schlechte Idee, wenn man keinen Unterschied zwischen Geimpften und Ungeimpften macht“, sagte er im Vorfeld des Gipfels in Brüssel. Der belgische Ministerpräsident Alexander De Croo äußerte sich ähnlich.

Rom hingegen machte deutlich, keinesfalls die Einreiseregel wieder lockern zu wollen. Der italienische Gesundheitsminister Roberto Speranza sagte am Donnerstag auf einem Kongress: „In diesen Stunden kann unsere Priorität auf nichts anderem liegen, als uns weiter dafür einzusetzen, unser Land in Sicherheit zu bringen.“

Laut EU-Diplomaten verteidigte der italienische Premier Mario Draghi bei seinen Amtskollegen die Einreisebeschränkungen damit, dass die Omikron-Variante in Italien noch nicht stark verbreitet sei und man diesen Vorteil nutzen wolle, um das Gesundheitssystem nicht weiter zu belasten.

EU-Kommission will, dass alle Reisebeschränkungen für Geimpfte aufgehoben werden

Auch andere Länder verschärfen wegen Omikron ihre Einreiseregeln für EU-Bürger – wenn auch im geringeren Maße. Schweden verlangt beispielsweise von Reisenden aus den nordischen Ländern die Vorlage eines 3G-Nachweises, wonach diese entweder geimpft, genesen oder getestet sein müssen. Bislang hatte Stockholm Nordeuropäer ohne diesen Nachweis ins Land gelassen.

Beim EU-Gipfel konnten sich die Staats- und Regierungschefs daher nur darauf einigen, dass Einreiseregeln das Funktionieren des Binnenmarktes nicht gefährden dürfen und die Bewegungsfreiheit innerhalb der Union nicht „unverhältnismäßig“ behindern sollten. Ein koordiniertes Vorgehen der 27 Mitgliedstaaten sei wichtig, um ein Durcheinander der Regeln zu verhindern und sicherzustellen, dass die Corona-Impfzertifikate weiterhin ungehindertes Reisen ermöglichen, hieß es in der Abschlusserklärung.

Verwandte Themen
Coronavirus
Europäische Union
Italien
Medizin

Erst vor drei Wochen hatte die EU-Kommission neue Einreiseregeln für Europäer, die innerhalb des Staatenverbundes unterwegs sind, vorgeschlagen. Demnach sollen Geimpfte und Genesene von einem EU-Land in das andere reisen dürfen, ohne in Quarantäne gehen oder einen weiteren Test vorweisen zu müssen. Das war, bevor die Omikron-Variante sich ausbreitete.

Die EU-Kommission kann bei Einreiseregeln nur Empfehlungen aussprechen. Letztlich entscheidet jeder Mitgliedstaat für sich allein, ob und welche Beschränkungen er erlässt.

Mehr zum Thema
Unsere Partner
Anzeige
remind.me
Jetziges Strom-/Gaspreistief nutzen, bevor die Preise wieder steigen
Anzeige
Homeday
Immobilienbewertung von Homeday - kostenlos, unverbindlich & schnell
Anzeige
IT Boltwise
Fachmagazin in Deutschland mit Fokus auf Künstliche Intelligenz und Robotik
Anzeige
Presseportal
Direkt hier lesen!
Anzeige
STELLENMARKT
Mit unserem Karriere-Portal den Traumjob finden
Anzeige
Expertentesten.de
Produktvergleich - schnell zum besten Produkt