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Asia Techonomics146 neue Einhörner allein im Jahr 2021: Tech-Regulierung schreckt Chinas Gründer nicht ab

Mehr als ein Viertel aller Start-ups mit Milliardenbewertung stammt aus China. Das liegt auch daran, dass das dortige Gründer-Öko-System ein einzigartiges Merkmal aufweist.Sabine Gusbeth 29.12.2021 - 11:04 Uhr Artikel anhören

In der wöchentlichen Kolumne schreiben Handelsblatt-Korrespondenten im Wechsel über Innovations- und Wirtschaftstrends in Asien.

Foto: Klawe Rzeczy

Die schärfere Kontrolle des Tech-Sektors in China schreckt Risikokapitalgeber und Start-ups bislang nicht ab. Im Gegenteil: 146 neue Einhörner sind in der Volksrepublik 2021 entstanden.

Damit stieg die Zahl der chinesischen Start-ups, die mit mindestens einer Milliarde Dollar bewertet werden, auf 301. Zum Vergleich: Die USA kommen auf 487 Einhörner, auf dem dritten Platz liegt Indien mit 54. Deutschland landet mit 26 Unicorns auf Platz fünf. Das zeigt der jüngst veröffentlichte Hurun Global Unicorn Index 2021.

Das wertvollste Einhorn der Welt ist der Internetkonzern Bytedance, hierzulande bekannt durch seine Kurzvideo-Tochter Tiktok. Mit 350 Milliarden Dollar wird das Unternehmen aus Peking bewertet. Damit landet es vor der Alibaba-Finanztochter Ant und Elon Musks Raumfahrtgesellschaft SpaceX an der Spitze des Rankings.

Zwar hat Bytedance Anfang November seine Aufspaltung in sechs Geschäftsbereiche angekündigt, wohl auch um einer schärferen Regulierung zu entgehen. Und Ant befindet sich seit dem untersagten Börsengang 2020 auf Geheiß der chinesischen Finanzaufseher bereits in der Umstrukturierung.

Das Hurun-Ranking zeigt den ungebrochenen Elan der chinesischen Gründerszene trotz dieses regulatorischen Gegenwinds: Neun Start-ups, die erst 2020 gegründet wurden, erreichten bereits 2021 eine Milliardenbewertung. Die jungen Firmen kommen aus so unterschiedlichen Segmenten wie E-Commerce, Gesundheitstechnologie, Halbleiter, Künstliche Intelligenz, Logistik und Raumfahrt.

Eines fällt besonders auf: Während internationale Investoren ihr Geld aus den börsennotierten chinesischen Tech-Konzernen wie Alibaba und Tencent abzogen, übertraf die Summe der Investitionen in chinesische Start-ups bereits Ende September den Wert für das gesamte Vorjahr.

Die Finanz-Tochter Ant Group ist nur eine von zwei Alibaba-Ausgründungen in den Top Ten der wertvollsten Start-ups der Welt.

Foto: imago images/VCG

Die Risikokapital- und Private-Equity-Investitionen beliefen sich in den ersten drei Quartalen auf 165 Milliarden US-Dollar, wie das Marktforschungsunternehmen Zero2IPO ermittelte. Damit könnte 2021 sogar der bisherige Rekord von rund 190 Milliarden US-Dollar aus dem Jahr 2017 fallen.

Der mit Abstand erfolgreichste Finanzier der chinesischen Start-up-Szene ist die Chinatochter des US-Risikokapitalgebers Sequoia Capital. Sie ist laut Hurun-Analyse an 96 chinesischen Unicorns beteiligt. Weitere wichtige Geldgeber sind der chinesische Investor Hillhouse, IDG Capital aus den USA, der Tech-Konzern Tencent und die halbstaatliche Investmentgesellschaft CICC aus China.

Tech-Konzerne als Brutstätte für Start-ups

Ein „einzigartiges Merkmal von Chinas Start-up-Ökosystem“ sei zudem, dass es den großen Internetplattformen wie Alibaba, JD.com und Baidu regelmäßig gelinge, neue Einhorn-Töchter zu gründen, betont Hurun-Gründer Rupert Hoogewerf. 48 Unicorns sind auf diese Weise bislang entstanden.

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Am erfolgreichsten praktiziert dies der E-Commerce-Konzern Alibaba. Mit Ant sowie der Logistiktochter Cainiao schafften es gleich zwei seiner Ausgründungen in die aktuelle Top Ten der wertvollsten Start-ups.

Spannend wird, wie sich die anhaltende Regulierungswelle hier auswirkt. Schließlich will Chinas Staatsführung zwar die Marktmacht der Konglomerate begrenzen und Investitionen von Internetplattformen in Hightech-Sektoren umlenken. Auf die Innovationskraft ihrer erfolgreichen Ökosysteme will Peking dabei aber wohl kaum verzichten.

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