Bundesgesundheitsminister: Verspielt er seinen guten Ruf? Die sieben Probleme des Karl Lauterbach
Als Gesundheitsminister steht der SPD-Politiker in der Pandemie vor vielen Herausforderungen.
Foto: picture alliance/dpaBerlin. Karl Lauterbach klingt etwas erschöpft, wenn man dieser Tage mit ihm telefoniert. Nun ist ein neues Problem für den Bundesgesundheitsminister aufgetaucht. Mehrere Bundesländer wollen die eigentlich ab Mitte März geltende Impfpflicht für Beschäftigte in Kliniken, Pflegeheimen, Arzt- und Zahnarztpraxen, Rettungs- und Pflegediensten und weiteren Einrichtungen verschieben.
Es ist nicht Lauterbachs einzige Baustelle, Kritik an seinem Krisenmanagement schwillt an. Er, der diese Pandemie wie kein anderer Politiker kommunikativ geprägt hat, aber auch als einer mit Hang zum Eigensinn gilt, muss erfahren, dass es keine gute Idee ist, sein Agieren nicht mit den Ländern detailliert abzustimmen; sie zu überrumpeln.
Der Bund-Länder-Gipfel an diesem Montag wird für ihn zu einer Bewährungsprobe, denn er hat mit seinem Agieren Fragen aufgeworfen, die es zu beantworten gilt. Noch hinzu kommen hausgemachte und strukturelle Probleme.
Kehrtwende bei der allgemeinen Impfpflicht
Beim Thema Impfpflicht gibt es zwei Ebenen. Zum einen hat Lauterbach erst einen eigenen Entwurf mit anderen Abgeordneten für eine allgemeine Impfpflicht angekündigt, dann wollte er davon nichts mehr wissen. Begründung: Sein Ministerium solle bei allen Anträgen, auch denen gegen eine Impfpflicht oder einer erst ab 50 Jahren, mit Expertise bei der Formulierung helfen, damit sie juristisch wasserdicht sind. Der Minister will neutral sein, – auch wenn er deutlich macht, dass er für eine möglichst unbürokratische Impfpflicht ab 18 Jahren ist.