Automatisiertes Fahren: Neue Macht der Zulieferer: VW und Bosch planen „Partnerschaft auf Augenhöhe“
Volkswagen entwickelt gemeinsam mit Bosch Software für das automatisierte Fahren.
Foto: dpaDüsseldorf, Stuttgart. Es ist eine Partnerschaft unter Giganten. Volkswagen und Bosch verkündeten am Dienstag, dass sie die Software für das automatisierte Fahren künftig gemeinsam entwickeln. Europas größter Autobauer und der weltgrößte Automobilzulieferer greifen nach einem künftigen Milliardenmarkt. „Zusammen mit Cariad beschleunigen wir jetzt die Markteinführung von teil- und hochautomatisierten Fahrfunktionen in allen Fahrzeugklassen und machen sie damit für jedermann verfügbar“, sagte Bosch-Geschäftsführer Markus Heyn.
Die Volkswagen-Tochter Cariad und Bosch setzen zunächst zusammen 1000 Spezialisten an die Softwareentwicklung. Erste Funktionen, bei denen der Fahrer die Hände zeitweise vom Lenkrad nehmen kann, sollen bereits 2023 in die Fahrzeuge eingebaut werden.
Intern schätzt der Autobauer, dass der Umsatz des Autosoftware-Markts bis 2030 bei über einer Billion Euro liegen wird. Den Großteil davon wird die Software für das automatisierte Fahren ausmachen, erwarten die Strategen in Wolfsburg. „Die Kooperation zwischen Bosch und Volkswagen ist ein wichtiger Schritt, diesen neuen Revenue-Pool zu erschließen“, teilte Volkswagen-Finanzvorstand Arno Antlitz mit.
Mit der Kooperation etablieren VW und Bosch einen neuen Standard in der Zusammenarbeit zwischen Autobauer und Zulieferer. Die Zeiten, in denen Autobauer fertige Systeme bei ihren Lieferanten einkauften und in ihre Fahrzeuge einbauten, neigen sich dem Ende zu. VW und Bosch sprechen von einer „Partnerschaft auf Augenhöhe“.