Industriekonzern: So kämpft sich Thyssen-Krupp aus der Krise – die Stärken und Schwächen im Bilanzcheck
Der Konzern hat mittlerweile wieder genug Kapital, um die verbleibenden Probleme aus dem Weg zu räumen.
Foto: HandelsblattDüsseldorf. Schwarze Zahlen im operativen Geschäft, komfortables Finanzpolster – das Signal an die Aktionäre vor der virtuellen Hauptversammlung an diesem Freitag ist klar: Thyssen-Krupp hat den Niedergang gestoppt. 2021 hat der Konzern eine finanzielle Grundlage geschaffen, mit der er zukunftsfähig bleiben kann, wie die Handelsblatt-Analyse der Bilanz zeigt.
Die harte Restrukturierung und die Fokussierung, die Vorstandschefin Martina Merz in den vergangenen zwei Jahren umgesetzt hat, machen sich bezahlt. Seit dem Verkauf der Aufzugsparte hat Thyssen-Krupp einen hohen dreistelligen Millionenbetrag für Restrukturierungen aufgewendet. Drei Milliarden Euro flossen in den Ausbau der Geschäfte, gut sechs Milliarden Euro in die Tilgung von Schulden.
Jetzt sitzt der Konzern auf einem Nettofinanzguthaben von 3,6 Milliarden Euro und einer freien Liquidität von rund 10,5 Milliarden Euro. Kapital genug also, um die verbleibenden Probleme aus dem Weg zu räumen.
Die Anleger haben den Wandel erkannt und honoriert. Auf dem Höhepunkt der Krise zu Beginn des Jahres 2020 war der Kurs zeitweise auf 3,55 Euro abgesackt. Jetzt notiert die Aktie mehr als doppelt so hoch bei 9,10 Euro. Von Werten über 20 Euro, die der einst wichtigste Industriekonzern Deutschlands vor Jahren erreichte, ist er aber noch weit entfernt.