Lars Brzoska im Interview: „Das ist keine Krise, das ist Krieg“: Jungheinrich-Chef fordert Stopp russischer Energieimporte
Der Vorstandsvorsitzende des Gabelstaplerhersteller Jungheinrich fordert von der Wirtschaft, mehr Verantwortung zu übernehmen.
Foto: JungheinrichDüsseldorf. Lars Brzoska, Chef des Intralogistik-Spezialisten Jungheinrich, fordert schärfste Sanktionen gegen Russland, die nicht fallen dürften, „bis dieser Krieg beendet ist und das russische Regime eine Kehrtwende vollzogen hat“. Das sagte der Spitzenmanager im Gespräch mit dem Handelsblatt. „Frieden und Freiheit sind wichtiger als wirtschaftliche Interessen. Deshalb müssen wir die Energieimporte aus Russland jetzt stoppen“, sagte er weiter.
Das 1953 gegründete Familienunternehmen aus Hamburg beschäftigt insgesamt 18.000 Mitarbeitende, davon 600 in Russland und 80 in der Ukraine. Der im MDax gelistete Konzern setzte 2020 weltweit 3,81 Milliarden Euro um. Zuletzt hat das Unternehmen selbst alle Geschäfte mit Russland und Belarus gestoppt. Laut Brzoska sei es noch zu vielen Unternehmen legal möglich, die Geschäftsbeziehungen dorthin aufrechtzuerhalten.
Der Vorstandsvorsitzende begründet seine klare Haltung auch mit den Informationen, die er von seinem Geschäftsführer in der Ukraine erhält. Der Manager versuche jeden Tag, sein Team zu erreichen: Es gehe bei den Anrufen um die Frage, ob die Mitarbeitenden noch leben. „Ich kann Ihnen sagen, wenn Sie solche Gespräche führen, dann ist Ihnen das Geschäft erst einmal egal“, erklärte Brzoska. Entsprechend ist die Arbeit in der Ukraine zum Erliegen gekommen.