Ukraine-Krieg: Kadyrow bietet an, weitere 3000 Kämpfer in die Ukraine zu schicken
Der tschetschenische Machthaber Ramsan Kadyrow bei einem Termin im Kreml Ende September.
Foto: via REUTERSBrüssel, Kiew. Infolge eines schweren Unwetters sind in der südukrainischen Region Odessa mindestens fünf Menschen ums Leben gekommen. Weitere 19 Anwohner seien durch den Sturm verletzt worden, sagte der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski in seiner abendlichen Ansprache am Montag. In verschiedenen Regionen des kriegsgebeutelten Landes seien nun 1500 Orte vom Stromnetz abgeschnitten. Selenski dankte den Hunderten Helfern, die derzeit im Einsatz seien.
Das Unwetter über dem Schwarzen Meer hatte in der Nacht zum Montag nicht nur an der ukrainischen Küste, sondern auch im Süden Russlands sowie auf der von Moskau völkerrechtswidrig annektierten Halbinsel Krim großen Schaden angerichtet. Medienberichten zufolge wurden auf der Krim mehrere Menschen verletzt, ein 50-jähriger Mann wurde zudem von den Wellen ins Meer gerissen und ertrank. Auch dort gab es Stromausfälle, Überschwemmungen und gesperrte Straßen durch umgestürzte Bäume.
Kadyrow: Könnte weitere 3000 Kämpfer in die Ukraine schicken
Der tschetschenische Machthaber Ramsan Kadyrow könnte nach eigenen Angaben zur Stärkung der russischen Streitkräfte weitere 3000 Kämpfer in die Ukraine schicken. „Sie (die Kämpfer) haben die beste Ausrüstung und moderne Waffen“, sagt Kadyrow auf Telegram. „Außerdem sind die Jungs sehr kämpferisch und sehr motiviert, um Ergebnisse zu erzielen.“
Im Mai hatte Kadyrow erklärt, mehr als 26.000 Kämpfer in die Ukraine geschickt zu haben. Kadyrow gilt als enger Verbündeter des russischen Präsidenten Wladimir Putin, der auch russische Truppen bei der Invasion der Ukraine unterstützt.
Chef der Militärverwaltung: Russen rücken von allen Seiten auf Awdijiwka vor
Die russischen Streitkräfte verschärfen dem Leiter der Militärverwaltung von Awdijiwka zufolge ihre Angriffe auf die ostukrainische Stadt. „Die Intensität der Zusammenstöße hat seit einiger Zeit zugenommen“, sagt Witali Barabasch dem Medienunternehmen Espreso TV. „Die Russen haben zwei weitere Sektoren geöffnet, aus denen sie Angriffe starten - in Richtung Donezk ... und in der so genannten Industriezone. Der Feind versucht, die Stadt aus allen Richtungen zu stürmen.“
Offiziellen Angaben zufolge ist nach monatelangen Kämpfen in der Stadt, die für ihre große Kokerei bekannt ist, kein einziges Gebäude mehr intakt. Von den 32.000 Einwohnern vor dem Krieg sind weniger als 1500 übrig geblieben.
USA: Verhandlungen mit Moskau wären „Kapitulationsmonolog“ für Kiew
Die US-Regierung hält Verhandlungen zwischen der Ukraine und Russland für eine Beendigung des Kriegs zum jetzigen Zeitpunkt für „sinnlos“. „Wir sehen keine Anzeichen dafür, dass Russland bereit ist, substanzielle, echte Friedensverhandlungen zu führen“, sagte ein Vertreter des US-Außenministeriums. Es habe den Anschein, dass Kremlchef Wladimir Putin davon spreche, „noch mindestens ein Jahr oder länger zu warten, bevor er ein Ende dieses Kriegs in Betracht zieht“.
Daher wäre es für die Ukraine „sinnlos“, entsprechende Gespräche mit Russland zu führen, sagte der US-Regierungsvertreter weiter. Es würde sich dann nicht um einen Dialog handeln, sondern um einen „Kapitulationsmonolog“. Für die Regierung gelte weiterhin, nichts über den Kopf der Ukraine hinweg zu entscheiden.
Putin genehmigt Verkauf von Schaeffler-Werk in Russland
Der fränkische Industrie- und Autozulieferer Schaeffler darf sein russisches Werk an eine Holding seines österreichischen Aufsichtsratsmitgliedes Siegfried Wolf verkaufen. In einer Erklärung genehmigte Kremlchef Putin den Erwerb des Standortes in Uljanowsk an der Wolga durch die PromAvtoConsult. Schaeffler, dessen Hauptsitz in Herzogenaurach ist, hatte im März – rund ein Jahr nach Beginn des russischen Angriffskriegs in der Ukraine – über seine Verkaufsabsichten für das Werk in Russland berichtet.
So berichtet das Handelsblatt über den Ukraine-Krieg:
- Harvard-Historiker Plokhy: „Wir befinden uns an einem zweiten Wendepunkt in diesem Krieg“
- In der Ukraine naht der Winter: Wie widerstandsfähig ist das Energiesystem?
- Orban will in EU Debatte über Ukraine-Politik erzwingen
- Pistorius kündigt 1,3-Milliarden-Rüstungspaket für Ukraine an
- US-Ukrainehilfen sind wegen Blockaden im Kongress in Gefahr
Teil-Lösung in Führungskrise der OSZE vor Ministertreffen
Russland und die restlichen Mitgliedstaaten der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) haben sich auf Malta als Vorsitzland geeinigt. Damit sei wenige Tage vor einem Außenministertreffen eine existenzielle Entscheidung für den Fortbestand der in Wien ansässigen Organisation getroffen worden, hieß es aus diplomatischen Kreisen.
Die OSZE ist seit dem russischen Angriff auf die Ukraine durch eine Veto-Haltung Moskaus blockiert. Russland hatte zuvor Estland als OSZE-Vorsitzland für 2024 wegen seiner Mitgliedschaft im Militärbündnis Nato abgelehnt. Nun wurde mit dem neutralen Staat Malta am Montag eine Kompromisslösung gefunden, wie aus einer Nachricht des nordmazedonischen Außenministers Bujar Osmani auf X (vormals Twitter) hervorging.
Was am Dienstag wichtig wird
Die Außenminister der Nato-Staaten kommen an diesem Dienstag (13.30 Uhr) zu einem zweitägigen Treffen in Brüssel zusammen. Bei den Beratungen im Hauptquartier des Verteidigungsbündnisses wird es unter anderem um die Lage in der Ukraine gehen.