Weltwirtschaft: Putins Krieg stellt den BRICS-Club vor eine Zerreißprobe
Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro (l), Südafrikas Präsident Cyril Ramaphosa (2-l), Indiens Premierminister Narendra Modi (M), Russlands Präsident Wladimir Putin (2-r) und Chinas Staatschef Xi Jinping (R) bei einem BRICS-Gipfeltreffen im November 2019.
Foto: AFPSao Paulo, Johannesburg, Peking, Bangkok, Berlin. Besucher sind für Sergei Lawrow in diesen Kriegstagen selten geworden. Umso mehr genoss der russische Außenminister das Treffen mit den Botschaftern der sogenannten BRICS-Länder diese Woche. Und er nutzte die Begegnung sogleich, um dem Westen zu signalisieren: Russland ist nicht allein.
„Die Teilnehmer haben sich enthusiastisch über die Entwicklung und Stärkung ihrer strategischen Partnerschaft ausgetauscht“, twitterte das Außenministerium nach der Begegnung Lawrows mit den Vertretern Brasiliens, Indiens, Chinas und Südafrikas.
Die BRICS-Staaten, zu denen auch Russland gehört, verstehen sich seit Gründung ihrer Vereinigung vor mehr als zehn Jahren als wirtschaftliches Gegengewicht zum Westen. Der Angriffskrieg des russischen Präsidenten Wladimir Putin gegen die Ukraine stellt jedoch den Club der Schwellenländer vor eine ernsthafte Zerreißprobe: Brasilien, Indien, China und Südafrika haben intensive Wirtschaftsbeziehungen zu den USA und Europa. Durch eine Spaltung der Weltwirtschaft in verfeindete Blöcke könnte es für die Länder zum Schwur kommen.
Anders als China, das sich am deutlichsten auf die Seite Putins geschlagen hat, versuchen Indien, Brasilien und Südafrika sich wegzuducken: kein offener Bruch mit Moskau, aber eben auch keine politische Unterstützung für Putins Krieg.