China: Kapitalabflüsse in „noch nie da gewesenem Ausmaß“ – Investoren bewerten China-Investments neu
Ausländische Investoren steigen aus dem chinesischen Markt aus.
Foto: imago/View StockPeking. Das geopolitische Beben durch den Überfall Russlands auf die Ukraine sorgt auch an Chinas Kapitalmärkten für Erschütterungen. Seit Beginn des Angriffskriegs haben internationale Finanzinvestoren aus China hohe Summen abgezogen.
Von den Kapitalabflüssen betroffen sind sowohl Aktien als auch festverzinsliche Wertpapiere wie chinesische Staatsanleihen. Die Abflüsse hätten in Umfang und Intensität ein „noch nie da gewesenes Ausmaß“ erreicht, schreibt Robin Brooks, Chefvolkswirt des Institute of International Finance (IIF) in einer Analyse.
Die Abflüsse aus chinesischen Staatsanleihen betrugen umgerechnet mehr als acht Milliarden Dollar, wie die Clearingstelle China Central Depository & Clearing am Freitag bekannt gab. Das ist so viel wie noch nie zuvor. Es halten sich hartnäckig Spekulationen im Markt, dass sich Moskau mit dem Verkauf von chinesischen Vermögenswerten Mittel beschafft haben könnte.
Zudem zogen globale Finanzinvestoren, die über das Hongkonger Stock-Connect-System an den chinesischen Festlandsbörsen anlegen, im März per saldo mehr als sieben Milliarden Dollar ab, wie Handelsblatt-Berechnungen ergaben. Die Abflüsse aus chinesischen Rentenfonds betrugen nach Angaben des Datenanbieters EPFR Global erstmals mehr als eine Milliarde Dollar.