Devisen: Furcht vor Energiekrise: Euro fällt auf Fünf-Jahres-Tief – Parität zum Dollar rückt näher
Die Gemeinschaftswährung gerät infolge des Ukrainekriegs unter Druck.
Foto: dpaFrankfurt. Die Furcht vor einer Energiekrise in Europa lässt den Euro abrutschen. Die Gemeinschaftswährung ist am Mittwoch das erste Mal seit fünf Jahren unter die Marke von 1,06 Dollar gerutscht. Die Gemeinschaftswährung notiert in der Spitze 0,5 schwächer bei 1,0587 Dollar.
Damit rückt die Parität, also das Niveau, wo Euro und Dollar gleich viel wert sind, immer näher. Manche Analysten wie etwa der Chefvolkswirt des Internationalen Bankenverbands IIF, Robin Brooks, rechnen bereits damit, dass der Euro bald sogar unter diese Marke fallen wird. Auch der Dollar-Index, der den Wert der US-Währung gegenüber einem Korb anderer wichtiger Devisen misst, stieg auf den höchsten Stand seit mehr als zwei Jahren.
Nach dem russischen Gas-Lieferstopp für Polen und Bulgarien wächst die Angst, dass auch weiteren Länder demnächst der Gashahn zugedreht werden könnte. Das verstärkt die Sorgen vor einem Einbruch der Wirtschaft im Euro-Raum. Gleichzeitig schwinden die Aussichten für eine baldige Zinserhöhung der Europäischen Zentralbank (EZB), die tendenziell positiv für den Euro-Kurs wäre.