Ukraine-Krieg: Verpufft der russische Großangriff im Osten? Der Krieg in der Ukraine könnte an einem Kipp-Punkt stehen
Der Krieg in der Ukraine könnte an einem Kipp-Punkt stehen.
Foto: picture-alliance/ dpa / picture alliance, SOPA Images via ZUMA Press Wire, @JominiWVergangene Woche sollte der Krieg in der Ukraine in eine neue Phase treten. Jedenfalls glaubte das die ukrainische Regierung, die westlichen Geheimdienste – und auch die Führung in Moskau. Die russische Großoffensive im Donbass, dem Osten der Ukraine, sollte losrollen.
„Wir können feststellen, dass die russischen Truppen die Schlacht um den Donbass begonnen haben, auf die sie sich seit langem vorbereitet haben“, erklärte der ukrainische Präsident Wolodymir Selenskyj in einer Fernsehansprache etwas umständlich; wie häufig im militärgrünen T-Shirt vor einer Flagge der ukrainischen Streitkräfte. Selenskyj kündigte den russischen Truppen einen „harten Kampf “ an.
Doch jetzt zeigt sich: Der Krieg ist keineswegs in eine neue, deutlich drängendere Phase getreten, sondern läuft selbst im Osten der Ukraine weitgehend weiter wie zuvor. Gerade deshalb könnte jetzt die entscheidende Phase des Krieges beginnen, die Invasion könnte an einem Kipp-Punkt stehen.
Die Situation lässt sich grob so zusammenfassen: Russlands Fehler, die sich im Angriff auf Kiew zeigten, setzen sich fort. Die Offensive ist überhastet und wird von hohen Verlusten überschattet. Zudem bringt sie kaum Geländegewinne. Und zu guter Letzt: Da die ersten Waffen aus den Nato-Ländern die Front im Osten des Landes erreichen, verschieben sich die Kräfteverhältnisse der Kriegsparteien. Die Zeit spielt den Ukrainern in die Hände.