Landtagswahl: LNG-Terminals, Öko-Energie, Rüstung: Schleswig-Holstein rückt durch Ukraine-Krieg in den Fokus
Die Stadt an Unterelbe und Nord-Ostsee-Kanal dürfte eine Zentrum der Energiewirtschaft Schleswig-Holsteins werden.
Foto: dpaBerlin. Wenn am Sonntag die Menschen zwischen Nord- und Ostsee ihre Stimme abgeben, dann votieren sie nicht nur über die Arbeit der amtierenden Landesregierung von CDU, Grünen und FDP. Die erste Jamaika-Koalition kann vor allem auch mit Perspektiven werben, die es in Schleswig-Holstein vermutlich ohne den Angriffskrieg Russlands in der Ukraine nicht gäbe.
Mit dem Krieg und dem nahenden Ende russischer Energieimporte rückt das kleine Bundesland in den Fokus bundesdeutscher Versorgungssicherheit. Es geht um die Frage, wie Deutschland schnell alternative Energiequellen erschließt, selbst mehr Ökostrom produziert und obendrein seine Verteidigungsfähigkeit wieder steigert.
Nachdem auch noch der schwedische Batteriehersteller Northvolt entschieden hat, eine Batteriezellfabrik an der Westküste zu bauen, zeigen alle Wachstumsindikatoren des Landes nach oben. Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) zeigte sich im März hocherfreut. Die Ansiedlung sei „der größte industriepolitische Erfolg seit Jahrzehnten“.
Vor allem im Energiesektor profitiert das Bundesland enorm. Erst am Montag hatte Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) – selbst Schleswig-Holsteiner – erklärt, „noch in diesem Jahr“ würden zwei der insgesamt vier geplanten schwimmenden Terminals für Flüssiggas (LNG) angeschlossen werden, eines im niedersächsischen Wilhelmshaven, der andere in Brunsbüttel. Es sind kurzfristige Maßnahmen – mit großer Perspektive.