Ratssitzung: EZB erhöht Leitzins stärker als erwartet und beschließt neues Kriseninstrument
Die Notenbank hat turnusgemäß in Frankfurt getagt.
Foto: dpaFrankfurt. Die Europäische Zentralbank (EZB) erhöht die Zinsen im Euro-Raum. Der aktuell entscheidende Einlagenzins soll um einen halben Prozentpunkt auf null Prozent steigen. Auch der offizielle Leitzins, der bisher bei null lag, und der Zins zur Spitzenrefinanzierung sollen im selben Umfang steigen. Das gab die Notenbank am Donnerstagnachmittag bekannt.
Der Zinsschritt fällt damit größer aus als erwartet. Die EZB hatte in den vergangenen Wochen mehrfach signalisiert, die Zinsen um 25 Basispunkte anheben zu wollen und gleichzeitig eine weitere Zinserhöhung in noch größerem Umfang für September in Aussicht gestellt.
Mit ihrem Beschluss reagiert die Notenbank auf die stark erhöhte Inflation im Euro-Raum. Diese ist im Juni auf einen Rekordwert von 8,6 Prozent gestiegen.
Außerdem beschloss die EZB ein neues Kriseninstrument, um hochverschuldeten Staaten wie Italien zu helfen. Hintergrund ist, dass die Renditeaufschläge einzelner Länder stark gestiegen sind, seit sich die Zinserhöhungen angedeutet haben. Dies hatte Sorgen vor einer neuen Euro-Krise geweckt. Diese Gefahr will die Notenbank mit dem neuen Instrument eindämmen.
Ab 14:45 Uhr äußert sich EZB-Präsidentin Christine Lagarde im Rahmen einer Pressekonferenz zu den neuen Beschlüssen. Diese können Sie auf unserer Homepage im Liveblog verfolgen.
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