Caravan Salon: Paradoxer Einbruch am Reisemobil-Markt: Hersteller können Nachfrage nicht bedienen
Die Aktie des Mutterkonzerns Trigano verlor seit Jahresbeginn fast exakt die Hälfte ihres Wertes.
Foto: dpaDüsseldorf. Derart hochgerüstet erschienen die Anbieter von Reisemobilen, Wohnwagen und Campingausrüstungen noch nie vor einem Messebeginn. Wenn an diesem Freitag die Caravan Salon in Düsseldorf ihre Tore für die 200.000 erwarteten Ausstellungsgäste öffnet, ringen auf der weltgrößten Campingmesse nicht weniger als 735 Aussteller um Aufmerksamkeit – 146 mehr als im Vorjahr.
Dabei könnten sich Produzenten wie Knaus Tabbert, Fendt oder Hymer den Verkaufsrummel sparen. Weil Zulieferteile wegen brüchiger Lieferketten ausbleiben, bedienen sie die Wünsche vieler Kunden ohnehin nicht mehr.
Wartezeiten ziehen sich derart endlos in die Länge, dass manche Campingfreunde bereits auf die simpleren und kompakteren Kastenwagen umsteigen. Die ersatzweise georderten Camper-Vans besitzen den Vorteil, anders als üppige Reisemobile auf individuell angepasste Bauteile weitgehend zu verzichten.
Den Abstieg der Campingbranche, die dank Coronabeschränkungen für Hotels und Fernreisen zuvor noch von einem Rekord zum nächsten eilte, hält das kaum auf. In den ersten sieben Monaten dieses Jahres, errechnete der Caravaning Industrie Verband (CIVD), sackten die Neuzulassungen fahrbarer Camper gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 13,6 Prozent nach unten.