Energieversorgungskrise: Industrie warnt vor massiven Schäden durch kurzfristige Gasabschaltungen
Verzinkter Stahl spielt beispielsweise in der Automobilindustrie oder im Bausektor eine wichtige Rolle.
Foto: BloombergBerlin. In vielen Industriebetrieben, die stark auf Erdgas angewiesen sind, geht die Angst vor kurzfristigen Gasabschaltungen um. Die Unternehmen werfen der Bundesnetzagentur und auch den Gasnetzbetreibern vor, noch immer keine Klarheit darüber hergestellt zu haben, wer im Ernstfall mit welcher Vorwarnzeit vom Gasnetz abgetrennt wird. Sie befürchten, von den Abschaltungen überrumpelt zu werden. Die Folgen könnten gravierend sein. Bundesnetzagentur-Präsident Klaus Müller räumt ein, es gebe Unsicherheiten.
Dass es in den kommenden Monaten wegen der angespannten Gasversorgungslage zu Abschaltungen kommen könnte, ist nicht unwahrscheinlich. Die Bundesnetzagentur wolle die Ausrufung einer Gasnotfallstufe vermeiden, bereite sich aber darauf vor, hieß es vor wenigen Tagen aus der Bonner Behörde.
Die Gasnotfallstufe ist die letzte der insgesamt drei Stufen des Notfallplans Gas. Derzeit gilt die zweite, die sogenannte Alarmstufe. Die Notfallstufe, die per Verordnung der Bundesregierung festgestellt wird, tritt ein, wenn alle bisherigen Einsparbemühungen nicht fruchten und die Gasversorgung nicht mehr ausreicht, um die noch verbleibende Gasnachfrage zu decken.