Nach Jackson Hole: Große Nervosität an den Finanzmärkten – Was Anlageexperten jetzt erwarten
Mögliche Zinserhöhungen belasten die Märkte.
Foto: IMAGO/UPI PhotoFrankfurt, Düsseldorf. Es ist ein Schock, für dessen Verarbeitung die Märkte wohl noch einige Zeit brauchen werden. Nachdem die US-Notenbank Fed und die Europäische Zentralbank am Wochenende unmissverständlich klargemacht haben, dass sie die Zinsen weiter deutlich anheben und zur Bekämpfung der Inflation auch eine Wirtschaftskrise in Kauf nehmen werden, flüchten die Investoren aus Risikoanlagen. Nach den heftigen Verlusten vom Freitag verkauften sie auch zu Beginn der neuen Woche Aktien, Anleihen, ebenso zeitweise Gold und Bitcoin und suchten spontan Schutz im US-Dollar.
Vom Handelsblatt befragte Marktexperten erwarten weiter heftige Kursausschläge an den Märkten. „Die Unsicherheit bleibt, auch wegen einiger anderer Probleme“, meint etwa Marcel Müller, Leiter Portfoliomanagement bei HQ Trust. Aber Müller hat auch eine gute Nachricht parat: „Ich würde keine markanten Markteinbrüche erwarten.“
Fed-Chef Jerome Powell hatte auf dem traditionellen Treffen der Notenbanker in Jackson Hole die Inflationsbekämpfung bei einer aktuellen Inflationsrate von 8,5 Prozent unmissverständlich in den Vordergrund gerückt. Daher könnte auf die beiden ungewöhnlich großen Zinsschritte von 0,75 Prozentpunkten bei den jüngsten Sitzungen der Fed am 21. September eine weitere Erhöhung in dieser Größenordnung folgen.