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US-Newsletter „Zukunftslabor USA“Trumps Sprachrohr „Truth Social“ steht vor einer ungewissen Zukunft

Das Social-Media-Sprachrohr des Ex-US-Präsidenten hatte zuletzt mit verschiedenen Problemen zu kämpfen. Nun könnte auch noch ein lukrativer Deal scheitern.Katharina Kort 31.08.2022 - 14:49 Uhr Artikel anhören

Trump kommt bei „Truth Social“ selbst auf knapp vier Millionen Follower.

Foto: AP

New York. Von der Sommerpause war in den USA angesichts der Razzia auf dem Anwesen von Ex-Präsident Donald Trump in Mar-a-Lago (Florida) und verschiedener Gesetzespakete nicht viel zu spüren. Nun nimmt auch der Kongress seine Arbeit in Washington wieder auf. Und im Wahlkampf für die Zwischenwahlen im November werden sich Kandidaten in den kommenden Wochen auf den Bühnen im Land und den sozialen Medien im Netz positionieren.

Spannend ist in dem Zusammenhang die Frage: Wie geht es weiter mit „Truth“, dem Social-Media-Sprachrohr des ehemaligen Präsidenten Trump? Das hatte zuletzt mit verschiedenen Problemen zu kämpfen: schwache Nutzerzahlen, finanzielle Probleme und operative Fehler.

Verbannt von den Westküsten-Plattformen wie Twitter und Facebook hat Trump sein eigenes soziales Medium aufgebaut: Truth – die Wahrheit. Auf Truth können sich Gleichgesinnte austauschen – ohne die Zensur des linkslastigen Silicon Valleys. Dort hetzen Trump-Anhänger seit der Razzia in Florida gegen die Bundespolizei FBI und Staatsanwälte. Dort kommt aber auch manche Kritik an den Demokraten zum Ausdruck, die andere Medien nicht thematisieren.

Nach einem holperigen Start mit Software-Problemen im Februar hat „Truth Social“ mittlerweile einige Millionen Nutzer gewinnen können. Ex-Präsident Trump selbst kommt auf knapp vier Millionen Follower. Das ist jedoch weit entfernt von den 88,7 Millionen, die ihm früher auf Twitter folgten.

Aber nicht nur die schwachen Nutzerzahlen machen der Trump Media & Technology Group (TMTG) zu schaffen, deren Hauptgeschäft „Truth Social“ ist. Es ist auch das drohende Scheitern des geplanten SPAC-Deals, das die Finanzierung des Twitter-Konkurrenten gefährdet.

Trumps Aktienmarkt-Pläne könnten scheitern

Eigentlich sollte nämlich die „Digital World Acquisition Corp“ (DWAC) noch in diesem Jahr TMTG übernehmen. Bei der DWAC handelt es sich um eine sogenannte „Special Purpose Acquisition Company“ (SPAC) – ein Investment-Vehikel, das erst an die Börse geht und dann in andere Unternehmen investiert. Mit der Übernahme durch die DWAC könnte Trumps TMTG nicht nur eine Milliarde Dollar einnehmen, sondern auch ohne einen eigenen Börsengang einfacher an den Aktienmarkt kommen.

Doch zuletzt hat sich die DWAC auch in offiziellen Dokumenten immer stärker von dem geplanten Deal distanziert. Erst vor wenigen Tagen hat sie in einem Dokument der US-Börsenaufsicht SEC ihre Aktionäre aufgerufen, für einen Aufschub der Übernahme auf das nächste Jahr zu plädieren.

In einem anderen SEC-Dokument warnt die DWAC: „Wenn Präsident Trump weniger beliebt wird oder es weitere Kontroversen gibt, die seiner Glaubwürdigkeit schaden oder dem Wunsch der Menschen, eine mit ihm verbundene und für ihn finanziell vorteilhafte Plattform zu nutzen, dann könnten die operative Ergebnisse von TMTG ... davon negativ betroffen sein“.

Die Glaubwürdigkeit könnte nicht nur durch die Top-Secret-Dokumente gefährdet sein, die Trump aus dem Weißen Haus nach Mar-A-Lago gebracht hat. Auch die Untersuchungen der SEC und der Justizbehörden könnten dem Geschäft schaden.

Die untersuchen derzeit, ob es schon vor dem Börsengang eine Absprache zwischen Trump Media und dem Investmentvehikel DWAC gegeben hat. Das wäre nämlich nach dem US-Aktienrecht nicht erlaubt gewesen. SPACs dürfen erst nach ihrem IPO nach Übernahmezielen Ausschau halten.

Dass das Geld bei TMTG knapp ist, dafür spricht auch ein Bericht des Trump-nahen Senders Fox Business: Danach hat das Trump-Unternehmen den konservativen Web-Hosting-Dienst RightForge seit März nicht mehr bezahlt und schuldet dem Unternehmen mehr als eine Million Dollar.

Der Aktienkurs von DWAC ist seit dem Höchstpunkt Anfang März bereits um drei Viertel seines Werts eingebrochen.

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Diesen Monat hat außerdem die Patent- und Markenrechts-Behörde den Antrag auf die Marke „Truth Social“ abgelehnt, weil es der seit 2015 angemeldeten Marke „VERO – True Social“ zu ähnlich ist. Alles keine guten Nachrichten für das Sprachrohr des Ex-Präsidenten, der vielleicht noch einmal für die Präsidentschaft kandidieren könnte.

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