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AktienmarktDeswegen erwartet Blackrock keine schnelle Erholung an der Börse

Der weltgrößte Vermögensverwalter ist erstmals seit sieben Jahren bei Aktien untergewichtet. Der US-Konzern rechnet mit einer langanhaltenden Volatilität an den Börsen.Peter Köhler 09.09.2022 - 13:14 Uhr Artikel anhören

Laut der Strategen von Blackrock liegt eine Erholung der Aktienmärkte noch in weiter Ferne.

Foto: Reuters

Frankfurt.. Die Strategen von Blackrock sehen trotz der jüngsten Kursverluste noch kein Einstiegssignal und geben keine Entwarnung für den Aktienmarkt. Eine schnelle Erholung an der Börse erwartet Kapitalmarktstratege Martin Lück derzeit noch nicht.

„Es ist noch nicht die Zeit, den Markt zu kaufen“, sagte der Experte in Frankfurt. Lück verwies darauf, dass der weltgrößte Vermögensverwalter erstmals seit sieben Jahren in der globalen Allokation bei Aktien untergewichtet ist. Er prognostiziert noch „schwierige Monate“ für Risikoassets. Untergewichtet sei man auch bei Staatsanleihen, leicht übergewichtet dagegen bei Unternehmensanleihen.

Die Notenbanken seien durch den Covid-Ausbruch in China, die unterbrochenen Lieferketten und den Ukrainekrieg auf einmal Getriebene, die versuchten, „alles zu geben“, um die Inflation zu drücken. Da die Zentralbanker die Angebotsschocks – etwa von den Gaspreisen – nicht beeinflussen könnten, würden sie versuchen, die Nachfrageseite zu dämpfen, auch um den Preis einer Rezession.

So sehen Blackrock und Allianz Global Investors den Aktienmarkt aktuell

Nur die anstehenden Zwischenwahlen in den USA im November 2022 könnten die US-Notenbank Fed von zu drastischen Zinsschritten abhalten. Die Europäische Zentralbank (EZB) berät am Donnerstag über die nächste Zinserhöhung, die laut Analysten 50 oder 75 Basispunkte ausmachen wird.

Franck Dixmier, Global CIO Fixed Income bei Allianz Global Investors, glaubt, dass EZB-Chefin Christine Lagarde sich an die in Jackson Hole geäußerte Botschaft der Federal Reserve halten dürfte: Die Bekämpfung der Inflation habe absolute Priorität, ungeachtet der Folgen für das Wirtschaftswachstum.

Blackrock: Anleger müssen sich auf hohe Volatilität einstellen

Blackrock-Stratege Lück glaubt, dass die Zeit der „Great Moderation“ bis auf Weiteres vorbei ist. Damit charakterisieren Volkswirte die seit den frühen Achtzigerjahren andauernde Periode mit relativ geringen Konjunkturschwankungen und niedriger Inflation. Als eine wichtige Ursache für diese Verstetigung gilt vor allem eine glückliche Hand der Notenbanker in der Geldpolitik, die die Inflation lange Zeit im Zaum hielt.

Doch nun bewegen sich die Teuerungsraten auf Höchstständen. Für Lück müssen sich die Anleger jetzt auf eine dauerhaft hohe Volatilität an den Finanzmärkten einstellen, also auf vergleichsweise große Schwankungen der Kurse. Deshalb müsse man auch die Wertpapierportfolios öfter und stärker anfassen und somit resistenter gestalten. Der Trend zur Nachhaltigkeit werde aber auch in diesem neuen Umfeld wichtig bleiben, die stärkere Ausrichtung auf soziale und ökologische Faktoren sowie eine gute Unternehmensführung werde nicht zurückgedreht.

Axa Investment empfiehlt defensives Portfolio-Management für 2022

Ein Schlüsselfaktor für eine Erholung an den Börsen dürften laut der Credit Suisse die Unternehmensgewinne sein. Diese seien seit Juni nach unten revidiert worden, aber üblicherweise dauere ein solcher Zyklus 19 Monate. Man komme aus einer Zeit mit rekordhohen Gewinnmargen, wobei 60 Prozent der Verbesserungen auf niedrige Steuern und Zinsen entfallen seien, was sich nun umkehre.

Ein Bärenmarkt dauere typischerweise 14 Monate und bringe im Schnitt einen Rückgang um 35 Prozent. „Angesichts der nicht enden wollenden Flut schlechter Nachrichten ist ein defensives Portfoliomanagement bis zum Ende dieses Jahres sicher empfehlenswert“, heißt es bei Axa Investment Managers.

Höhere Renditen seien zusammen mit einem makroökonomischen Umfeld, das auf niedrigere Erträge hindeutet, eine sehr negative Kombination für die Aktienmärkte. „Es könnte zu einem erneuten Test der Tiefststände vom Juni 2022 an den US- und anderen Aktienmärkten kommen“, meint Chris Iggo, CIO Core Investments bei Axa.

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Erstpublikation: 16.09.2022, 16:10 Uhr.

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