Energiekrise: Warum deutsche Firmen jetzt vor der Deindustrialisierung warnen
Die Unternehmen leiden unter den hohen Energiepreisen.
Foto: Qiagen/Weisflog/BMWBerlin. Die steigenden Preise für Energie und Rohstoffe greifen die Substanz der deutschen Industrie an. Mehr als 90 Prozent der Industrieunternehmen sehen darin eine „starke“ (58 Prozent) oder „existenzielle“ Herausforderung (34 Prozent). Das belegt die Umfrage „Lagebild im industriellen Mittelstand“ des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), die dem Handelsblatt vorliegt.
„Die Politik muss jetzt aktiv werden, um Insolvenzen und weitere wirtschaftliche und soziale Verwerfungen zu verhindern“, sagte BDI-Präsident Siegfried Russwurm dem Handelsblatt.
Seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine ist das ohnehin hohe Energiepreisniveau in Deutschland stärker gestiegen als in anderen Ländern. Mittlerweile zahlt die deutsche Industrie im Großhandel für 2023 einen Gaspreis, der um den Faktor acht höher liegt als in den USA.
Die Wirtschaftsvereinigung Metalle (WVM) kritisiert, die bisherigen Entlastungen der Politik für die Industrie reichten nicht: „Wir brauchen jetzt schnell Soforthilfen, sonst droht uns in Deutschland mit der Abwicklung der Grundstoffindustrie der Einstieg in die Deindustrialisierung“, sagte Hauptgeschäftsführerin Franziska Erdle.