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  4. Asien: China will mit deutschen Wasserstoffmotoren klimaneutral werden

Handelsblatt-Tagung Asia Business Insights 2022China will bis 2060 klimaneutral sein – auch mit Wasserstoffmotoren aus Köln

Die Volksrepublik schaltet von kompromisslosem auf nachhaltiges Wirtschaftswachstum um. Die deutsche Industrie wittert Chancen.Kevin Knitterscheidt 14.09.2022 - 18:44 Uhr Artikel anhören

Der Chemieriese BASF ist schon seit vielen Jahren in China aktiv. Derzeit lässt der Konzern dort ein neues Werk bauen, das zu 100 Prozent mit erneuerbaren Energien versorgt wird.

Foto: obs

Düsseldorf. Der chinesischen Wirtschaft wird in Bezug auf nachhaltiges Wirtschaften generell ein großer Nachholbedarf attestiert. Doch glaubt man den Teilnehmern bei der Handelsblatt-Konferenz „Asia Business Insights“, scheint sich die Volksrepublik derzeit radikal zu wandeln. „Da gibt es einen sehr klaren und strukturierten Plan, mit dem China klimaneutral werden will“, sagte Sebastian Schulte, Vorstandschef beim Kölner Motorenhersteller Deutz, bei einer Podiumsdiskussion am Mittwoch.

Schulte sieht dabei große Chancen für deutsche Unternehmen. So spielt Deutz als Motorenhersteller etwa für die Dekarbonisierung vieler Wirtschaftssektoren wie der Landwirtschaft und der Baubranche eine wichtige Rolle. „Wir registrieren ein sehr großes Interesse an Themen, bei denen wir Technologieführer sind, etwa bei Wasserstoffmotoren“, so der Manager.

Im Moment ist China noch die CO2-intensivste Volkswirtschaft der Welt. Das liegt auch daran, dass das Land bei seiner Energieversorgung in großem Umfang auf Kohle setzt. Doch spätestens ab 2030 will das Land den Verbrauch fossiler Energieträger und damit auch seine CO2-Emissionen herunterfahren. Bis 2060 will die Volksrepublik Klimaneutralität erreichen.

Tempo beim Klimaschutz

Um das zu schaffen, investiert Peking schon heute viele Milliarden Dollar in den Aufbau einer neuen Strominfrastruktur sowie in den Ausbau regenerativer Stromquellen wie Solar- und Windenergie. Laut der Internationalen Organisation für erneuerbare Energien (Irena) legt dabei kein Land ein ähnliches Tempo vor wie die Volksrepublik: Allein 2022 sollen in China neue Solaranlagen mit einer Gesamtleistung von 108 Gigawatt gebaut werden. Der Zubau im laufenden Jahr entspricht damit etwa der Hälfte des gesamten Strombedarfs in Deutschland.

Aus Sicht von Bettina Schön-Behanzin, Regionalrepräsentantin für Asien bei der Familienunternehmensgruppe Freudenberg und Vizepräsidentin der europäischen Handelskammer in China, bieten sich dadurch vielfältige Umsatzpotenziale für deutsche Unternehmen.

„Siemens und Bosch helfen schon jetzt beim Aufbau des chinesischen Stromnetzes mit“, so die Wirtschaftsvertreterin. Ein weiteres wichtiges Wachstumsfeld seien Speichertechnologien für Energie, bei denen die deutsche Industrie eine Führungsrolle einnehme.

Zukunftsmarkt Wasserstoff

Ein Beispiel dafür sind etwa die Wasserstoffmotoren von Deutz, die nach der geplanten Serieneinführung im Jahr 2024 zunächst nicht in Fahrzeugen, sondern in Stromgeneratoren eingesetzt werden sollen – und sich damit dafür eignen, den zukünftig bei Stromüberschüssen produzierten Wasserstoff dezentral wieder in Elektrizität umzuwandeln.

„Das ist für China als großes Flächenland sehr interessant“, sagte Deutz-Chef Schulte. Er rechnet sogar damit, dass der Volksrepublik der Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft klar schneller gelingen könnte als anderen. „Wir sehen bei Technologien wie beispielsweise der E-Mobilität, dass China deutlich schneller voranschreitet als die USA oder sogar Europa.“

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Das liege auch daran, dass die Regierung in Peking pragmatischer mit Übergangstechnologien umgehe. „Wenn nicht genügend grüner Wasserstoff verfügbar ist, wird dort eben zeitweise nicht klimaneutral erzeugter Wasserstoff eingesetzt und dann schrittweise ausgetauscht.“

Experten wie Arvea Marieni pflichten Schulte bei. „Ich erwarte, dass Wasserstoff in China bereits in fünf Jahren eine merkliche Rolle spielt“, sagte die Forscherin, die für den Thinktank Brainscapital sowie die Stiftung Regenerative Society tätig ist.

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