Verstaatlichung: Rettungspaket von acht Milliarden Euro: Bund übernimmt Uniper
Der größte Gasversorger Deutschlands wird verstaatlicht.
Foto: ReutersDie Bundesregierung gewährt dem angeschlagenen Unternehmen eine Kapitalspritze von acht Milliarden Euro, wodurch sich die Beteiligung des Bundes auf 93 Prozent erhöht. Den verbliebenen Anteil des finnischen Staatskonzerns Fortum von rund sechs Prozent kauft der Bund für 480 Millionen Euro.
Anleger verschreckte die Nachricht: Die Uniper-Aktie fiel zwischenzeitlich um bis zu 39 Prozent. Die Papiere des bisherigen Mehrheitseigentümers Fortum legen an der Börse in Helsinki hingegen in der Spitze um fast 18 Prozent zu.
Robert Habeck: Lage „für Uniper deutlich verschlechtert“
Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) sagte auf einer Pressekonferenz am Mittwochmorgen, seit der ersten Rettungsaktion habe sich die Lage „für Uniper deutlich verschlechtert“. Das Land befinde sich in einer dynamischen Situation, werde mit immer neuen Herausforderungen konfrontiert und müsse die Maßnahmen laufend nachschärfen.
Mit dem ersten Rettungspaket im Juli hatte die Bundesregierung bereits einer Kapitalerhöhung zugestimmt, die ihr einen Anteil von 30 Prozent geben sollte. Angesichts des russischen Gaslieferstopps über die Pipeline Nord Stream 1 hat Uniper zum einen weniger Gas erhalten als damals erwartet, zum anderen stiegen die Preise weiter.