Finanzdienstleister: Immobilienflaute belastet Finanzdienstleister Hypoport deutlich – „In 25 Jahren nicht erlebt“
Der Finanzdienstleister Hypoport hatte erst im September die Jahresziele kassieren müssen.
Foto: dpaDüsseldorf. Die im Zuge gestiegener Zinsen und Wirtschaftsrisiken gesunkene Immobiliennachfrage führt beim Finanzdienstleister Hypoport zu einem Geschäftseinbruch. Nach Zuwächsen im ersten Halbjahr zeigen die operativen Kennzahlen in den Finanzierungs-Geschäftsmodellen im dritten Quartal einen deutlichen Rückgang, wie das Unternehmen am Montag mitteilte.
Hypoport-Chef Ronald Slabke ordnet die Kennzahlen vor den aktuellen Entwicklungen im Markt der privaten Immobilienfinanzierung ein: „Eine derartige Entschleunigung hat der deutsche Wohnimmobilienmarkt in den letzten 25 Jahren noch nicht erlebt. Insofern fehlen historische Erfahrungen über die Geschwindigkeit des notwendigen Annäherungsprozesses.“
Das Transaktionsvolumen auf Hypoports Kreditplattform Europace, neben der Konkurrenz von Interhyp eine der großen Plattformen für Finanzierungsvermittler, fiel im dritten Quartal um fast ein Fünftel auf 20 Milliarden Euro. Besonders stark ging das über die Plattform vermittelte Geschäft für die Sparkassen zurück. Von Juli bis September brach das Transaktionsvolumen um 23 Prozent ein.
Vergangene Woche hatte bereits Sparkassenpräsident Helmut Schleweis im Handelsblatt-Interview von dem Rückgang berichtet. Im ersten Halbjahr sei die Nachfrage nach Immobilienkrediten noch hoch gewesen.