Handelsblatt Economic Challenges: „Deutschland ist ein Hochsteuerland: Abschreibungsregeln sind fast steinzeitlich.“
Bert Rürup, Chefökonom des Handelsblatts, zeichnet in der aktuellen Folge von Handelsblatt Economic Challenges ein düsteres Bild der wirtschaftlichen Lage Anfang 2023. Die fetten Jahre seien vorbei: „Das Land ist wachstumspolitisch träge geworden“, sagt Rürup. Die Probleme lägen auf der Hand. Bei der digitalen Wettbewerbsfähigkeit sei Deutschland drittletzter unter den G20-Staaten.
Schlüsselindustrien wie deutsche Chemie und Pharma planten weiteres Wachstum vor allem in den USA. US-Konzerne wiederum hielten sich rekordverdächtig zurück beim Investieren in Deutschland.
Unter den 100 wertvollsten Unternehmen der Welt gebe es nur ein deutsches Unternehmen: SAP. Und der Softwarekonzern liege auf Platz 97 zudem weit hinten. Die verkehrstechnische Infrastruktur sei veraltet „und auch in der Rentenpolitik ist Nachhaltigkeit zu einem Fremdwort geworden“, so Rürup.
Auch Michael Hüther, Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln, erklärt, Deutschland brauche eine angebotspolitische Offensive. Und das bedeute: Steuern senken, Abschreibungsregeln und Infrastruktur verbessern.
Zudem müsse Deutschland im europäischen Rahmen dem amerikanischen Protektionismus etwas entgegensetzen. Hüther: „Die Dinge, die in den USA auf den Weg gebracht worden sind, haben erhebliche Wirkung.“
Die Folgen des Podcast „Economic Challenges“ sind über Apple, Spotify, Deezer und Handelsblatt/Audio abrufbar. Mehr zu den Themen können Sie im „Chefökonom“, dem Newsletter von Professor Rürup, nachlesen. Für den Newsletter können Sie sich hier anmelden.
Wenn Sie Lob, Kritik oder Themenwünsche haben, dann schreiben Sie uns doch gerne oder schicken uns eine Sprachnachricht an chefoekonom@handelsblatt-research.com