Selenski in den USA: „Jeder Zentimeter im Donbass ist blutverschmiert, aber die Ukraine ist robust“ – USA erwarten langen Krieg
Immer wieder wurde die Rede des ukrainischen Präsidenten Selenski im US-Kongress mit Applaus bedacht.
Foto: dpaWashington. Im dem Moment, als Wolodimir Selenski den US-Kongress betrat, brachen Emotionen aus. Die Abgeordneten und Senatoren riss es aus ihren Sitzen, viele eilten zum ukrainischen Präsidenten, umringten ihn und legten ihre Hände auf seine Schultern. Im oft förmlichen Washington war die Visite Selenskis ungewöhnlich – und historisch.
Der Präsident hatte keine 24 Stunden zuvor im umkämpften Donbass ukrainische Truppen besucht. Seit Kriegsbeginn hatte er die Ukraine nicht verlassen.
Bei seiner Rede im Kongress überbrachte Selenski eine Botschaft der Stärke. Russland habe „mehr Waffen, als wir jemals hatten. Aber unsere Streitkräfte stehen. Und darauf sind wir stolz“, rief er unter Applaus. „Jeder Zentimeter im Donbass ist blutverschmiert, aber die Ukraine ist robust. Wir werden niemals aufgeben.“
Selenski kam nicht als gewöhnlicher Staatsbesucher in die USA. Er vertrat ein ganzes Land im Krieg. Doch trotz der kämpferischen Rhetorik scheint die Hoffnung auf baldigen Frieden gering, in Washington und in Kiew.
Selenski wollte in den USA vermitteln, dass sein Land ohne hochentwickelte amerikanische Kriegsausrüstung und ohne die Hilfe des Westens nicht überleben kann. Und für US-Präsident Joe Biden war der Empfang eine Gelegenheit, die Amerikaner daran zu erinnern, warum sie einem Staat auf einem anderen Kontinent mit 110 Milliarden US-Dollar jährlich helfen – in Zeiten von Inflation und einer drohenden Rezession.