Galeria Karstadt Kaufhof: Vermieter zweifeln an Zukunft der Warenhäuser
Eigentümer Sahle Wohnen will die Immobilie abreißen und plant den Neubau ohne Galeria Karstadt Kaufhof.
Foto: dpaDüsseldorf. Jan Philipp Sahle macht eine klare Ansage. „Wir planen ohne Galeria“, sagt der Mitinhaber der Immobiliengesellschaft Sahle Wohnen dem Handelsblatt. Das Unternehmen will seine Immobilie an der Zeil in Frankfurt, in der heute noch Karstadt untergebracht ist, so rasch wie möglich abreißen und neu bauen.
Für den Neubau ist eine gemischte Nutzung mit Einzelhandel, Wohnungen und vielleicht einem Hotel geplant. „Ein neuer Karstadt kommt nicht rein“, stellt Sahle klar. Genau wie sein Vater, Albert Sahle, ist er der Ansicht, dass die großen Warenhäuser kein Kundenmagnet für die Innenstadt mehr sind.
Wie Sahle verlieren immer mehr Vermieter von Karstadt- und Kaufhofstandorten den Glauben daran, dass der Warenhausbetreiber für sie eine Zukunft bietet. Sie haben bereits Alternativkonzepte für ihre Immobilien vorbereitet, die in der Regel nur noch deutlich reduzierte Einzelhandelsflächen vorsehen. Und das hat fatale Konsequenzen für die geplante Sanierung von Galeria.
„Ich würde keinen neuen Mietvertrag mehr mit Galeria abschließen, weil mir einfach der Glaube an das Unternehmen fehlt“, sagt der Chef eines Immobilienunternehmens, das noch einen großen Galeria-Standort im Portfolio hat. Beim ersten Insolvenzverfahren 2020 hatte er noch einer Senkung der Miete zugestimmt und die Fläche reduziert. Jetzt sieht er keinen Spielraum mehr.