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EinkommensmillionäreBanken in der EU zahlen immer mehr Millionengehälter

Die meisten Einkommensmillionäre stammen aus Deutschland. Die EU-Bankenaufsicht nennt für den kräftigen Gehaltsanstieg mehrere Gründe.Yasmin Osman 19.01.2023 - 12:05 Uhr Artikel anhören

In Deutschland ist die Millionärsdichte unter Bankern besonders hoch: Etwa 30 Prozent aller Spitzenverdiener in der EU arbeiten hier.

Foto: dpa

Frankfurt. Die Zahl der Einkommensmillionäre bei Banken in der Europäischen Union ist im Jahr 2021 deutlich gestiegen. 1957 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verdienten eine Millionen Euro oder mehr im Jahr. Die Zahl lagt damit 41,5 Prozent höher als im Vorjahr, wie aus einem Gehaltsreport der EU-Bankenaufsicht Eba hervorgeht. Das ist ein Rekordwert für die 27 Mitgliedstaaten der EU sowie die Länder des Europäischen Wirtschaftsraums, seit die Eba 2010 mit der Datenerhebung begonnen hat.

Die Bankenaufseher nennen für diese Entwicklung mehrere Gründe. „Der Anstieg der Zahl der Großverdiener steht im Zusammenhang mit der guten Entwicklung der Institute, insbesondere im Bereich Investmentbanking und Wertpapierhandel, sowie mit der weiteren Verlagerung von Personal nach dem Brexit von Großbritannien in die EU und ebenso mit dem allgemeinen Anstieg von Gehältern“, heißt es in dem Bericht.

Der Brexit spielt deshalb eine wichtige Rolle, weil Banken nach dem Ausstieg Großbritanniens aus der Europäischen Union bestimmte Geschäfte mit EU-Kunden nicht mehr von London aus erbringen durften. Deshalb mussten sie eigenständige Standorte in den verbliebenen EU-Ländern aufbauen und dort auch Personal beschäftigen. Das gilt insbesondere für Investmentbanker und Wertpapierhändler, die vor dem Brexit vor allem in London arbeiteten.

Rund 70 Prozent der neuen Einkommensmillionäre arbeiten für Kreditinstitute aus Italien, Frankreich und Spanien. Das hängt mit dem Anstieg der Eigenkapitalrendite von Instituten aus diesen Ländern zusammen, analysiert die Eba. In absoluten Zahlen gibt es die meisten Einkommensmillionäre – 589 Personen beziehungsweise 30 Prozent – in Deutschland, gefolgt von Frankreich mit 19 Prozent sowie Italien mit 18 Prozent.

Die Eba verweist in ihrer Begründung darauf, dass diese EU-Staaten am bevölkerungsreichsten sind. Eine weitere Rolle dürfte aber auch spielen, dass in Deutschland die Deutsche Bank ihren Sitz hat, die wegen der großen Rolle des Investmentbankings traditionell eine hohe Millionärsdichte aufweist. Hinzu kommt, dass einige US-Großbanken wie JP Morgan oder Goldman Sachs ihren EU-Hauptsitz nach Deutschland verlegt haben.

Blickt man auf die Entlohnung einzelner Geschäftsbereiche, dann verdienten mit Abstand am häufigsten Investmentbanker und Wertpapierhändler siebenstellige Gehälter. Sie stellen 749 der insgesamt 1957 Millionäre. Die zweitgrößte Gruppe stellen mit 599 Personen Manager in hohen Führungspositionen.

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Die Eba-Daten enthalten neben den Angaben der 27 EU-Länder auch Daten aus Island, Liechtenstein und Norwegen, die zum Europäischen Wirtschaftsraum gehören.

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