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WarnstreikVerdi kündigt für Freitag ganztägige Streiks an Flughäfen an

Die Gewerkschaft Verdi hat für Freitag ganztägige Streiks angekündigt. Die Flughäfen von vier deutschen Großstädten werden den Flugbetrieb daher weitgehend einstellen. 16.02.2023 - 11:12 Uhr Artikel anhören

Für Freitag waren am größten deutschen Flughafen bislang gut 1000 Starts und Landungen mit rund 137.000 Passagieren geplant.

Foto: dpa

Frankfurt. Nach der Streikankündigung der Gewerkschaft Verdi stellen die Flughäfen in Frankfurt, München, Hamburg und Stuttgart für Freitag ihren regulären Passagierbetrieb ein. Das teilten die Flughäfen am Mittwochabend mit. Der reguläre Betrieb in Frankfurt werde am Freitag wegen des Warnstreiks nicht möglich sein, sagte eine Sprecherin der Betreibergesellschaft Fraport. Ausgenommen seien Notflüge.

Am Drehkreuz Frankfurt waren für Freitag 1005 Flugbewegungen geplant, teilte die Fraport-Sprecherin weiter mit. Die Betreibergesellschaft sprach von 137.000 betroffenen Passagieren. Sie rief Fluggäste dazu auf, erst gar nicht zum Flughafen zu kommen und sich bei ihrer Airline zu informieren.

Auch die Flughäfen München, Hamburg und Stuttgart hatten angekündigt, den regulären Passagierbetrieb am Freitag auszusetzen. In Stuttgart sind laut Flughafen 162 Flüge und rund 20.000 Passagiere vom Warnstreik betroffen. Der Flughafen München sprach von mehr als 700 betroffenen Starts und Landungen, in Hamburg trifft es einer Flughafensprecherin zufolge rund 32.000 Passagiere.

Verdi kündigt Streiks an: Frankfurt, Hamburg, Stuttgart und München betroffen

Allein Lufthansa streicht Stand Mittwochabend rund 1200 Flüge an den Flughäfen Frankfurt und München, wie ein Lufthansa-Sprecher der Nachrichtenagentur dpa sagte. Die Zahl werde sich noch erhöhen, da nicht nur diese beiden Airports von dem Warnstreik betroffen sind. Kunden würden informiert.

Der Flughafenverband ADV rechnet angesichts des Warnstreiks mit 2340 Ausfällen im innerdeutschen und internationalen Flugverkehr. „Dass unter dem Konflikt am Freitag über 295.000 Flugreisende zu leiden haben, ist nicht zumutbar. Lösungen müssen am Verhandlungstisch gefunden werden und nicht auf dem Rücken der Passagiere“, sagte Ralph Beisel, Hauptgeschäftsführer des ADV.

Die Passagiere würden zum Spielball der Verdi-Streiktaktik. Verdi überspanne den Bogen völlig, sagte der Präsident der Luftfahrtlobby BDL, Jost Lammers.

Warnstreik: Verdi fordert 10,5 Prozent mehr Einkommen

Die Gewerkschaft Verdi hatte für Freitag an sieben deutschen Flughäfen zu ganztägigen Warnstreiks aufgerufen. Mit den Arbeitsniederlegungen in München, Frankfurt, Hamburg, Stuttgart, Dortmund, Hannover und Bremen will Verdi den Druck im Tarifstreit im öffentlichen Dienst erhöhen. Das kündigte die stellvertretende Verdi-Vorsitzende Christine Behle im Handelsblatt an. Der Warnstreik soll am frühen Freitagmorgen beginnen und in der Nacht auf Samstag enden.

Neben dem öffentlichen Dienst gibt es örtliche Verhandlungen für die Bodenverkehrsdienste sowie eine bundesweite Tarifrunde für die Luftsicherheit. Hilfslieferungen zu den Erdbebenopfern in die Türkei und nach Syrien sollen vom Warnstreik ausgenommen sein.

In den Verhandlungen fordern Verdi und der Beamtenbund DBB 10,5 Prozent mehr Einkommen, mindestens aber 500 Euro mehr für die rund 2,5 Millionen Beschäftigten. Die Laufzeit soll zwölf Monate betragen. Die Arbeitgeber haben die Forderungen zurückgewiesen. Die zweite Verhandlungsrunde ist für den 22. und 23. Februar in Potsdam geplant.

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Schon am Mittwoch hatte es Verspätungen und Ausfälle für Zehntausende Passagiere mit Verbindungen über das Drehkreuz Frankfurt gegeben. Ein Kabelschaden auf einer Frankfurter S-Bahnstrecke hatte zu einem Ausfall der Computersysteme bei Lufthansa geführt. Am Drehkreuz Frankfurt fielen bis zum frühen Abend 242 von rund 1000 geplanten Flügen aus. Fluggäste wurden gebeten, auf die Bahn umzusteigen.

Erstpublikation: 15.02.23, 09:17 Uhr (zuletzt aktualisiert am 15.02.23, 20:12 Uhr).

dpa
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