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Michael KotzbauerCommerzbank verlängert Vertrag mit Firmenkundenchef bis 2028

Mittelstandsexperte Kotzbauer sticht beim Umbau der Bank positiv heraus. Nach der Rückkehr in die Gewinnzone will er nun verstärkt auf Wachstum setzen.Andreas Kröner 15.02.2023 - 17:32 Uhr Artikel anhören

Firmenkundenchef Michael Kotzbauer ist das letzte verbliebene Urgestein im Commerzbank-Vorstand.

Foto: Commerzbank AG

Frankfurt. Nach seinem Abitur haben Michael Kotzbauers Eltern ihm eine Lehre empfohlen. „Damit du was Gescheites hast!“ Kotzbauer bewarb sich daraufhin bei mehreren Geldhäusern und entschied sich am Ende für die Commerzbank, weil er das Vorstellungsgespräch dort am sympathischsten fand.

33 Jahre später ist Kotzbauer immer noch bei der Commerzbank. Seit Anfang 2021 verantwortet er im Vorstand das Firmenkundengeschäft und ist dabei so erfolgreich, dass der Aufsichtsrat seinen Vertrag am Mittwoch bis 2028 verlängert hat.

Vorstandschef Manfred Knof lobte Kotzbauer in den höchsten Tönen. „Er hat mit seinem Team die starke Stellung der Bank im deutschen Mittelstand ausgebaut und damit einen wichtigen Beitrag zum Turnaround der Gesamtbank geleistet.“

Die Firmenkundensparte, die vor drei Jahren noch als Problemfall galt, hat 2022 das beste Ergebnis seit sieben Jahren eingefahren. Die Zahlen für die Gesamtbank legt das Institut an diesem Donnerstag vor.

Vorab kündigte Deutschlands zweitgrößte Privatbank jedoch an, dass sie erstmals seit 2018 einen Teil ihres Gewinns an ihre Eigentümer ausschütten will. Neben einer Dividende von 20 Cent je Aktie will das Institut eigene Papiere zurückkaufen. Die Europäische Zentralbank und die Finanzagentur des Bundes müssen dem Aktienrückkaufprogramm allerdings noch zustimmen.

Im Firmenkundengeschäft droht 2023 mehr Gegenwind

Kotzbauer spielt beim Umbau der Commerzbank, bei dem insgesamt 10.000 Stellen gestrichen werden, eine Schlüsselrolle. Er hat das Engagement im Ausland zurückgefahren und den Fokus der Firmenkundensparte stärker auf deutsche Konzerne und Mittelständler gelegt.

Da ist Kotzbauer Überzeugungstäter: „Ich stehe für den Mittelstand“, sagte er kurz nach seinem Amtsantritt im Handelsblatt-Interview. Die Besuche bei Firmenkunden sind bis heute der Teil seines Jobs, der ihm am meisten Spaß macht.

Im Commerzbank-Aufsichtsrat schätzen viele an dem 54-Jährige, dass er sich in seinem Ressort bestens auskennt und seine Entscheidungen auch bei kritischen Rückfragen gut erklären kann. Bei anderen Vorständen war dies in der Vergangenheit nicht immer der Fall.

Kotzbauer selbst will sich nach den Umbauarbeiten der vergangenen Jahre künftig wieder verstärkt um den Ausbau des Geschäfts kümmern. „Nach der Rückkehr in die Gewinnzone legen wir den Fokus jetzt voll auf profitables Wachstum“, kündigte er an.

Einfach wird das nicht, schließlich buhlen in Deutschland zahlreiche inländische und ausländische Geldhäuser um Firmenkunden. Darüber hinaus erwarten Experten, dass die Kreditnachfrage der Unternehmen wegen der Konjunktureintrübung nachlässt. Parallel dürfte die Zahl der Kreditausfälle steigen.

Entkopplung von China? „Das ist totaler Quatsch!“

Auch innerhalb der Commerzbank gibt es Herausforderungen: Die IT, auf die auch das Firmenkundengeschäft angewiesen ist, wird umgebaut und funktioniert nicht immer wie gewünscht. Zudem muss Kotzbauer in den kommenden Jahren viele erfahrene Firmenkundenberater ersetzen, die in Rente gehen.

Kotzbauer ist bekannt dafür, dass er Klartext spricht, wenn es Probleme gibt. „Es bringt nicht, um Dinge herumzureden“, sagte er selbst. „Wenn wir Mängel nicht offen ansprechen, können wir sie nicht beheben und besser werden.“

Wenn Kotzbauer spricht, klingt bisweilen ein leichter fränkischer Dialekt durch. Seine Familie stammt aus der fränkischen Schweiz – und er hat als Kind dort viel Zeit verbracht. Geboren wurde Kotzbauer im Mai 1968 allerdings in New York, wo sein Vater damals arbeitete.

Doch bereits im Kindesalter zog die Familie zurück nach Deutschland. Kotzbauer machte in Aschaffenburg Abitur und lebt bis heute dort in der Nähe.

Bei der von den Eltern empfohlenen Ausbildung zum Bankkaufmann beließ es der junge Mann dann aber nicht. Er studierte in Frankfurt Betriebswirtschaft. Und in der Firmenkundensparte der Commerzbank nahm seine Karriere ihren Lauf – in Frankfurt, München, Berlin und Shanghai.

Die Diskussionen über den Umgang mit China verfolgt Kotzbauer intensiv. Von Forderungen nach einer Entkopplung der deutschen Wirtschaft von der Volksrepublik hält er nichts. „Das ist totaler Quatsch“, sagte er kürzlich. „China ist ein wichtiger Markt und wird ein wichtiger Markt bleiben. Aber man sollte nicht alle Eier in einen Korb legen.“

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Neben China gebe es in der Region Asien-Pazifik auch andere spannende Märkte, beispielsweise Malaysia, Singapur und Vietnam, sagte Kotzbauer.

Das habe er Firmen schon in seiner Zeit in China von 2010 bis 2013 gesagt. „Damals wollte aber keiner zuhören.“

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