1. Startseite
  2. Meinung
  3. Kommentare
  4. Die Zeitenwende gab es nie

KommentarMythos Zeitenwende – Warum das wichtigste Kanzlerwort zum Ukraine-Krieg ein Irrtum ist

Vor einem Jahr wurde ein Begriff geboren, der nicht mehr ist als ein Euphemismus für unsere eigene Blindheit. Wir müssen die Zeiten, in denen wir leben, besser lesen lernen.Teresa Stiens 20.02.2023 - 16:59 Uhr
Artikel anhören

Foto: Klawe Rzeczy, Reuters, dpa, Imago

Fast genau ein Jahr ist es her, dass Moskau einen menschenverachtenden Angriffskrieg gegen die Ukrainer begann. Russische Panzer überrollten im Morgengrauen die Grenze, und als Deutschland wenige Stunden später erwachte, machte sich das Gefühl einer neuen Welt breit. Als habe sich über Nacht der Lauf der Zeit gewendet.

Wir waren durstig nach Einordnungen, nach Erklärungen für das, was sich zutrug. Und wir bekamen diese Erklärung nur drei Tage später, als unser Kanzler im Bundestag eine Rede hielt, die Geschichte schrieb. „Der 24. Februar 2022 markiert eine Zeitenwende in der Geschichte unseres Kontinents“, sagte Olaf Scholz. „Zeitenwende“. Ein Wort, das scheinbar alles erklärte.

Es wundert nicht, dass dieser Ausdruck seitdem eine beeindruckende Karriere hingelegt hat, zum Wort des Jahres gewählt wurde. Eine rhetorische Meisterleistung, des sonst eher wortkargen Bundeskanzlers. Denn die „Zeitenwende“ lieferte in nur wenigen Silben eine Erklärung für das neue deutsche Unbehagen.

Scholz rhetorische Meisterleistung hatte nur einen Nachteil: Sie stimmte nicht.

Mehr zum Thema
Unsere Partner
Anzeige
remind.me
Jetziges Strom-/Gaspreistief nutzen, bevor die Preise wieder steigen
Anzeige
Homeday
Immobilienbewertung von Homeday - kostenlos, unverbindlich & schnell
Anzeige
IT Boltwise
Fachmagazin in Deutschland mit Fokus auf Künstliche Intelligenz und Robotik
Anzeige
Presseportal
Direkt hier lesen!
Anzeige
STELLENMARKT
Mit unserem Karriere-Portal den Traumjob finden
Anzeige
Expertentesten.de
Produktvergleich - schnell zum besten Produkt