Interview: SAP-Chefaufseher Plattner über seinen Nachfolger: „Einen mit der Reputation zu finden ist schwierig“
Der SAP-Aufsichtsratsvorsitzende wird im kommenden Jahr gehen.
Foto: dpaWalldorf. Es ist eine Zäsur für den Dax-Konzern SAP: Hasso Plattner, einer der fünf Mitgründer und seit 2003 Aufsichtsratsvorsitzender, wird im kommenden Jahr sein Amt aufgeben. Nach einem „strukturierten Übergabeprozess“ soll Punit Renjen die Aufgabe übernehmen, der bis Ende 2022 globaler Chef des Beratungsunternehmens Deloitte war.
Renjen habe Deloitte „unglaublich nach vorn gebracht“, lobt Plattner im Interview mit dem Handelsblatt: „Es ist schwierig, einen Kandidaten mit so einer Reputation und so einer Kenntnis des Marktes zu finden.“ Der Umsatz des Beratungsunternehmens stieg in Renjens siebenjähriger Amtszeit von 35 auf 59 Milliarden Dollar.
Der Manager sei bei Deloitte zwischenzeitlich für SAP zuständig gewesen, betont Plattner. „80 Prozent von dem, was wir machen, kennt er: verkaufen, beraten, Kundenprojekte erfolgreich durchführen – nur die Software hat Deloitte nicht selbst entwickelt, sondern von uns bezogen.“
Besonders Renjens Blick von außen könne dem Dax-Konzern helfen, so Plattner: „Er betrachtet die Kunden ganzheitlich, dadurch sieht er auch die Stärken und Schwächen von SAP, die Löcher in SAP-Systemen. Da kann er dem Vorstand sicher helfen, das Unternehmen besser zu sehen.“