Volkswagen: VW will Bauteile des E-Antriebs vermehrt selbst herstellen
Autobauer wie Volkswagen wollen immer mehr Komponenten des elektrischen Antriebsstranges selbst fertigen.
Foto: imago/Rainer WeisflogDüsseldorf, Stuttgart. Die Ankündigung des VW-Konzerns ab 2025 große Teile des elektrischen Antriebsstrangs selbst zu bauen, sorgt für Spannungen in der Branche. Betroffen sind die großen deutschen Autozulieferer, die nun um Aufträge fürchten. Die Betriebsräte von Bosch, ZF, Mahle und Vitesco schlagen bereits Alarm. Ende März wollen sich die Arbeitnehmervertreter der großen Zulieferer nach Informationen des Handelsblatts in Hannover treffen, um ein gemeinsames Vorgehen zu beraten. „Die Zulieferer müssen die Stimme erheben“, sagt der Betriebsratschef eines großen deutschen Autozulieferers.
Die VW-Lieferanten hatten darauf gesetzt, auch langfristig große Systeme für den elektrischen Antriebsstrang an die Autohersteller zu liefern. Experten sehen die Antriebslieferanten in einem strukturellen Dilemma, denn sie verlieren beim Übergang zur Elektromobilität ohnehin an Wertschöpfung. „Wenn jetzt immer mehr Autohersteller zum Insourcing tendieren, dann wird dieser Wettbewerb noch intensiver, die Gewinnbeiträge werden geringer“, sagt Wolfgang Bernhart, Autoexperte bei Roland Berger.
Volkswagen ist nicht der einzige Hersteller, der Wertschöpfung von den Zulieferern abziehen will. Mercedes prüft, eine eigene Leistungselektronik zu fertigen, BMW verwendet in seinem Elektro-SUV iX bereits selbst entwickelte Inverter. Sie folgen beim Insourcing dem Beispiel von Tesla und den chinesischen Autobauern BYD und Nio.