Zinswende: Sparkassen müssen nahezu acht Milliarden Euro abschreiben
Die Zahl der Girokonten bei den Sparkassen ist 2022 netto um fast 700.000 gewachsen.
Foto: dpaFrankfurt. Die deutschen Sparkassen müssen wegen rasant gestiegener Zinsen enorme Wertberichtigungen auf ihre Eigenanlagen vornehmen. Ende des vergangenen Jahres schrieben die 359 Sparkassen 7,9 Milliarden Euro auf Anleihen, Aktien und andere Wertpapiere ab.
2022 sind die Zinsen, angetrieben durch die Zinserhöhungen der Europäischen Zentralbank (EZB), deutlich gestiegen. Parallel gaben die Kurse von Aktien und Anleihen nach. Da die Sparkassen ihre Papiere in der Regel zum Marktwert bilanzieren, führte das zu hohen Belastungen.
Sparkassen-Präsident Helmut Schleweis zeigte sich am Dienstag aber zuversichtlich, dass die Sparkassen mit den enormen Wertberichtigungen klarkommen. „Die laufende Zinswende ist kurzfristig betriebswirtschaftlich herausfordernd, die Sparkassen haben aber genug Substanz, um das schnell zu bewältigen“, sagte er.
Die Sparkassen müssen die Verluste – anders als die Silicon Valley Bank (SVB) in den USA – bisher nicht realisieren, sie stehen nur auf dem Papier. Und es besteht Hoffnung, dass die Geldhäuser die Wertberichtigungen wieder wettmachen.
„Wenn die Papiere bis zur Endfälligkeit gehalten werden, dann werden sie zu 100 Prozent zurückgezahlt und holen die zwischenzeitlichen Wertkorrekturen wieder auf“, sagte der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands (DSGV). „Wir erwarten, dass das der Regelfall bei Sparkassen sein wird.“