Marie-Christine Ostermann: Neue Familienunternehmer-Präsidentin: „Wir brauchen eine andere Politik für Deutschland“
Die 45-Jährige ist neue Vorsitzende des Verbands Die Familienunternehmer.
Foto: Die FamilienunternehmerDüsseldorf. Marie-Christine Ostermann geht zum Auftakt ihrer Präsidentschaft des Bundesverbands Die Familienunternehmer mit der Politik der Bundesregierung hart ins Gericht. „Deutschland ist international nicht mehr wettbewerbsfähig. Wir brauchen eine andere Politik für Deutschland“, sagte Ostermann dem Handelsblatt.
„Wir brauchen Politiker, die sich etwas trauen, die uns in die Zukunft führen und nicht nur Krisen managen“, sagte die Unternehmerin. Deutschland benötige eine Führung, die zu den Prinzipien der Sozialen Marktwirtschaft zurückkehre. Ostermann trat 2013 in die FDP ein, will ihre Mitgliedschaft nun aber ruhen lassen.
Die 45-Jährige, die in vierter Generation den Lebensmittelgroßhändler Rullko in Hamm in Westfalen führt, wurde an diesem Freitag an die Spitze des einflussreichen Unternehmerverbands gewählt. Dieser vertritt eigenen Angaben zufolge die wirtschaftspolitischen Interessen von 180.000 Familienunternehmern in Deutschland, die acht Millionen sozialversicherungspflichtige Mitarbeiter beschäftigen.
Ostermann ist die erste Frau in diesem Amt in der mehr als 70-jährigen Geschichte des Verbands. Sie folgt auf Reinhold von Eben-Worlée. Ostermann will sich auch für eine bessere Gleichstellung einsetzen – Frauenquoten lehnt sie jedoch ab. „Der Hebel für mehr Gleichberechtigung und mehr Frauen in Führungspositionen sind meines Erachtens die richtigen Rahmenbedingungen“, sagte sie. Man müsse weg von überkommenen Rollenbildern und brauche gleichzeitig ein besseres Betreuungs- und Bildungssystem.